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Politik

Neuer Oberbürgermeister wird....

... wer am wenigsten Fehler macht!

Wahlkampf ist eine extreme Phase. Erfolge und Misserfolge werden wie unter einem Mikroskop mit angeschlossenem Lautsprecher betrachtet. Die eigenen Erfolge sind immer gewaltig, die Fehler der Gegenseite sind noch gewaltiger.

Nehmen wir die Sache mit den (fehlenden) Rückenlehnen an den neuen Bänken am Rathausplatz. Ein Thema, das seiner Natur nach in normalen Zeiten wahrscheinlich nicht mal den Bieselbacher Gemeinderat nebst Lokaljournalist sonderlich elektrisieren würde. Im Wahlkampf einer Großstadt wird es plötzlich ein Thema, das das Image des Oberbürgermeisters anzukratzen vermag. Besonders, wenn der OB mit leicht unglaubwürdigen Rechtfertigungen die Kurve kriegen will.

Der Vorgang zeigt: Es geht beim Wahlkampf weniger um das wirkliche Ausmaß eines Themas, sondern vielmehr um die Wirkung auf das Image der Beteiligten und damit um das, was man Stimmung nennt. Ein Amtsinhaber kann gestern der unangefochtene Favorit gewesen sein, heute bei einem symbolischen Thema ungeschickt reagieren, und deswegen morgen viel von seiner Strahlkraft verloren haben.

Der Alt-OB der SPD, Hans Breuer, hat diesen Mechanismus der Politik einmal mit einem schönen Beispiel beschrieben: Man kann als Oberbürgermeister die größten Projekte erfolgreich umsetzen, aber wenn ein Streukasten oder eine Parkbank entfernt werden und man nicht auf die Kritik der Bürger reagiert, zählt das alles nichts und man steht als abgehoben da.

So geht es Kurt Gribl gerade ein wenig. Die großen Dinge (Mobilitätsdrehscheibe) kann er als Erfolg verbuchen, die kleinen Dinge (Rückenlehne, Website-Augsburg2014.de) schaden ihm. Die Sache mit dem Sozialticket ist noch in der Schwebe. Die Frage ist nun, ob die kleinen Fehler sein Image nachhaltig ankratzen und damit eine Stimmung herbeiführen helfen, die in Worte gefasst so aussehen könnte: Ja, der Gribl ist nicht schlecht, aber der Kiefer könnts schon auch schaffen.

Momentan sieht es so aus, als könnte dieser Stimmungsumschwung einsetzen und Wähler mobilisieren, die dann dem SPD-Mann Kiefer ihre Stimme geben. Aber auch Kiefer könnte noch stolpern. Bei einem der Lieblingsthemen der lokalen Tageszeitung, der Prostitution, hatte er sich angeblich zu liberal zum geplanten Bau eines Großbordells geäußert. Das ist für sich genommen noch kein Fehler, aber aus der Curt-Frenzel-Straße wurde deswegen umgehend das Feuer auf ihn eröffnet.

Je näher die Wahl rückt, desto größer wird die Gefahr, wegen eines Fehlers oder einer bewusst falsch interpretierten Bemerkungen beschädigt zu werden. Die Kandidaten dürften deswegen in ihren politischen Aussagen vorsichtiger und die Angriffe auf die politischen Gegner giftiger werden. (me)

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