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Stadt im Wandel

Praktisch ist sie ja schon, die "Welt 2.0": Innerhalb von wenigen Jahren kann eine in Irland formulierte Idee Früchte auf dem gesamten Globus tragen - und den Werbefilm gibt's auch gleich dazu. Das Konzept der "Transition Towns" (sinngemäß: Städte im Wandel) entwickelte der englische Sozialwissenschaftler Rob Hopkins 2004 im irischen Kinsale, das er mit seinen Studenten zur ersten Transition Town weltweit machte.

Ausgangspunkte von Hopkins' Überlegungen waren die Klimaerwärmung und der sogenannte "Peak Oil", also der Höhepunkt der weltweit möglichen Erdölförderung. Die Idee der Transition Towns will damit auf drei Arten reagieren: Verbrauchsreduktion, Stärkung der Regional- und Lokalwirtschaft sowie Wiedererlernen vergessener (Kultur-)Techniken, dem "Re-Skilling".

Laut der Website transitionnetwork.org gibt es weltweit 427 Initiativen, die meisten davon im Vereinigten Königreich. Augsburg ist noch nicht dabei. Noch nicht. Am vergangenen Wochenende gründete sich der Verein "Transition Town Augsburg e.V.", der sich am Montag in der Stadtbücherei vor knapp 50 Zuhörern zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte.

Teil der Präsentation war der Film "In Transition 2.0", der zahlreiche Beispiele aus aller Welt zeigt und quasi einen kleinen Leitfaden zur Gründung einer Transition-Gruppe gibt. Interessant waren vor allem die Beiträge aus Japan und Neuseeland, in denen Bürgerorganisationen direkt zur Bekämpfung von Folgen einer Katastrophe beitragen konnten, wie im neuseeländischen Christchurch nach den beiden Erdbeben 2010 und 2011. Ein wichtiger Teil der Transition-Idee ist die Resilienz, also die Toleranz eines Systems gegenüber Störungen bzw. die Vorbereitung auf Krisen, sei es nun auf dem Finanzsektor oder bei der Rohstoffversorgung.

Für Transition Town Augsburg verantwortlich zeichnen teilweise stadtbekannte Player, u.a. Gunter Schütz von der Bikekitchen, Roswitha Kugelmann vom Sozialkaufhaus Contact sowie der Künstler und Kulturpolitiker Frank Mardaus (SPD). Der Verein sucht nun Mitglieder und Interessierte, um Arbeitsgruppen in den Bereichen Stadtplanung, Energie, Ernährung, Bildung, Kultur, Wirtschaft etc. zu bilden. Als erstes Projekt stellte Kugelmann die sogenannten "Traschen" vor, aus alten Textilien hergestellte Einkaufstaschen. Eine Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Verbindungen wie der Lokalen Agenda 21 und dem Bündnis für Augsburg sind geplant - und natürlich mehr als sinnvoll.

Denn auch so ist die Welt 2.0, zumindest in Deutschland: "Transition Town Augsburg" klingt einfach cooler als "Bündnis für Augsburg". Das Re-Skilling in Sachen deutsche Sprache lässt leider auch noch auf sich warten.

Die Fotos zeigen den Vorstand des frischgegründeten Vereins "Transition Town Augsburg e.V.": Peter Schnürer, Zeynep Özel und Gunter Schütz (v.l)

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