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Wahlbeobachter: Punkteteilung im Duell
Die Augsburger SPD-Anhänger dürften gut geschlafen haben nach dem Spitzenkandidatenduell am Dienstag im Augustanasaal. Ihr Favorit Stefan Kiefer hat sich achtbar geschlagen gegen den Amtsinhaber Kurt Gribl von der CSU. Eingeladen hatte der Presseclub, gekommen war nicht zuletzt reichlich Politprominenz der jeweiligen Lager, es moderierten Wolfgang Bublies vom Augsburg Journal und Alfred Schmidt von der AZ.
Große Entdeckungen gab es nicht zu machen, mal abgesehen von der ein oder anderen Kuriosität. So kamen Kulturthemen gar nicht zur Sprache, was sicher auch an der Moderation lag, die vielbeschworene Augsburger "Bankkrise" schien den Spitzenkandidaten und ihren Interviewern wichtiger zu sein als eine Nachfrage zum Radverkehr in Augsburg. Dass eine große Koalition von beiden nicht angestrebt wird, aber vermutlich auch nicht unmöglich ist, konnte man ebenso raushören wie den beiderseitigen Unwillen, Vulkan Schafitel ins Boot zu holen.
Von den jeweiligen Verbündeten war sowieso kaum die Rede, Gribl erwähnte seinen Koalitionspartner Pro Augsburg vielleicht zweimal, machte aber immerhin klar, dass er die "Doppelbelastung" des Kultur- und Sportreferats im Falle eines Wahlsiegs wohl nicht beibehalten werde. Die Grünen kamen bei Kiefer genauso oft vor wie Die Linke: jeweils einmal. Der Herausforderer forderte das Sozialreferat für seine Partei und kritisierte mehrfach die aus seiner Sicht mangelnde Zusammenarbeit und Fairness im Stadtrat. Gribl konterte nach bekanntem Muster mit der "Verweigerungshaltung" der Opposition. Beim Schlusswort hatte dann wieder der Amtsinhaber die Nase vorn, der Appell von Stefan Kiefer, zur Wahl zu gehen, war vor diesem Publikum wohl eher die Predigt vor den Bekehrten. (flo)






