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Wenig einfallsreich zeigt sich (wie erwartet) der Augsburger Integrationsrat bei seiner Erklärung zum "Beschneidungsurteil" des Kölner Landgerichts. Die Richter sahen in ihrem Urteil von letzter Woche die Beschneidung minderjähriger Jungen als widerrechtlich an und sorgten damit für heftige Proteste jüdischer und muslimischer Organisationen.

Die Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde und der sunnitischen, schiitischen sowie alevitischen Gemeinden Augsburgs trafen sich nun am Donnerstag, um auf Einladung des Integrationsbeauftragten, Robert Vogl, das Urteil und seine Auswirkungen zu diskutieren. In der daraufhin verabschiedeten gemeinsamen Erklärung heißt es: "Der Schutz des Kindeswohls muss an erster Stelle stehen! Die Augsburger Gemeinden sehen in der Beschneidung jedoch keinen unrechtmäßigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Kindes."

Die Gemeinden betrachten die Beschneidung von neugeborenen Jungen "als unverzichtbaren Bestandteil der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit in der Bundesrepublik" und sehen nun den Gesetzgeber in der Pflicht: "Es muss sichergestellt sein, dass Angehörige des Judentums oder des muslimischen Glaubens die abrahamische Praxis in ihrer Heimat, der Friedensstadt Augsburg, leben können. Dazu bedarf es eines rechtlich abgesicherten Rahmens auf der Basis der allgemein gültigen Rechtsordnung, der Schutz für die Familien und die ausführenden Ärzte gibt."

Wir fassen zusammen: Solange der Schniedel dranbleibt, darf man ruhig rumschnibbeln, das haben wir schließlich immer schon so gemacht. Womit wir bei einem wunderbar aktuellen Diskussionspunkt für das kommende Friedensfest wären, Friedensstadt sollte eigentlich nicht bedeuten, dass jeder tun und lassen kann, was er will, solange das religiöse Mäntelchen drüber gebreitet wird. Und überhaupt: Sollten wir nicht irgendwann mal Schluss machen mit dem ganzen Steinzeit-Hokuspokus, zumindest wenn es sich dabei um Körperverletzung an Babys handelt?

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