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"Zieht doch nach Augsburg!"

Wirtschaftsreferentin Eva Weber verteidigt die umstrittene Werbung in einer Münchner Zeitung, die Augsburger Grünen kontern mit einer Aktion gegen das "Reichenghetto Innenstadt"...

Augsburgs Wirtschaftsreferentin verteidigt die umstrittene Werbeaktion in einer Münchner Zeitung: "Standortwerbung ist ein klassischer Bereich der Wirtschaftsförderung und gehört zu den Aufgaben des Wirtschaftsreferats. Nichts anderes haben wir mit der Anzeige in der Münchner Abendzeitung getan", schreibt Eva Weber in einer Pressemitteilung. Die im Mai erschienene Beilage versuchte u.a. mit dem Satz "35 Prozent weniger Miete als in München" für Augsburg zu werben.

"Die Stadt steht im Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte. Sie sind es, die den Wirtschaftsstandort Augsburg nachhaltig stärken und qualifizierte Arbeitsplätze besetzen", so Weber, "selbstverständlich bewerben wir in der Landeshauptstadt nicht den Augsburger Mietmarkt."

Die Grünen und der Mieterverein in Augsburg sehen das etwas anders. Für den kommenden Montag, 15.07., laden der Vorsitzende des Mietervereins, Thomas Weiand, und die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm zur "Enthüllungsaktion" eines neuen Straßenschildes an der Ecke Armenhausgasse-Maximilianstraße.

"Das alte Hasenbräugelände an der Armenhausgasse wird mit Wohnungen in gehobener Preislage bebaut. Die Gentrifizierung erobert die letzten Reste der Innenstadt: Ärmere Menschen können es sich dann nicht mehr leisten, zentral in Augsburg zu leben und werden in die Vororte abgedrängt", heißt es in der Ankündigung unter dem Titel "Augsburgs Innenstadt darf nicht zum Reichenghetto werden!" - "Augsburg muss sich um die Wohnraumversorgung für alle seine Bürgerinnen und Bürger kümmern und nicht nur für gut bezahlte MünchenpendlerInnen", fordert Kamm im schönsten Gendersprech.

Eva Weber kontert: "Allein die Baugenehmigungen für überwiegend Wohngebäude und für Maßnahmen an bestehenden Gebäuden sind zwischen 2001 und 2012 von rund 572 auf 995 gestiegen. Für Familien, die bauen möchten, gibt es spezielle Förderprogramme", schreibt die Wirtschaftsreferentin. In den rund 10.000 Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugenossenschaft WBG sei jeder zweite Mieter Geringverdiener, Hartz-IV-Empfänger oder Ausländer. Laut WBG-Chef Edgar Mathe steigt zwar der Druck auf dem Immobilienmarkt, "dennoch herrscht in Augsburg keine Wohnungsnot".

Und natürlich kann sich Eva Weber einen kleinen Seitenhieb auf die bayerischen Genossen nicht verkneifen: "Zieht doch nach Augsburg! Mit der Bahn sind das nur 25 Minuten", soll Münchens Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) laut Weber bereits im April ihren Mitbürgern geraten haben.

Foto Eva Weber: S. Kerpf/Stadt Augsburg

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