"Ein historischer Moment für Augsburg"

Sind wir doch mal ehrlich: Die Halderstraße war noch nie ein städtebauliches Kleinod. Und das wird sie wohl auch in Zukunft nicht werden, am Montag beginnen die ersten Arbeiten für die Tunnelrampe zum Hauptbahnhof, die planmäßig bis Ende 2013 (Fertigstellung des Haltestellendreiecks am Kö) dauern sollen, zumindest "oben rum".

Unterirdisch und nach Westen ist das alles freilich nur der Anfang, der Durchbruch ins Thelottviertel und die komplette Neugestaltung des Hauptbahnhofs sollen im März 2019 vollendet sein. Dass man zur Abschlusspressekonferenz dann wieder denselben Leuten gegenüber sitzen wird, ist also äußerst fraglich - auf beiden Seiten des Tisches...

Im Brauhaus 1516 wurde am Mittwoch zum Großangriff auf den Hauptbahnhof geblasen, laut OB Gribl "ein historischer Moment für Augsburg mit enormer Bedeutung für die Stadt und die Region". Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Walter wollte dem nicht nachstehen und bezeichnete den Hauptbahnhof als "Lebenselixier" der Stadt, u.a. mit Verweis auf die steigenden Fahrgastzahlen bei Bahn und Stadtwerken. Auch ein Blick auf die Diskussionen über eine Abkopplung Augsburgs vom Bahn-Fernverkehr rechtfertige die eigenen Anstrengungen: "Umbau bringt mehr als Lamentieren - von nichts kommt nichts", so Walter. Das Verhältnis zur Deutschen Bahn bezeichnete er übrigens als "hervorragend".

Die Tunnelrampe, die nun in Angriff genommen wird, soll eine Gesamtlänge von 120 Metern haben und ungefähr in der Mitte zwischen Hübner- und Schrannenstraße beginnen. Ab Höhe Drogeriemarkt Müller geht's dann unterirdisch weiter. Den Hauptbahnhof streift die Tram im zweiten Tiefgeschoß (das erste verbindet die oberirdischen Bahnsteige) und landet schließlich am Sebastian-Buchegger-Platz im Thelottviertel, um von dort nach rechts Richtung Pferseer Straße abzubiegen.

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 106 Millionen Euro, wovon 61 Millionen der Freistaat übernimmt, Stadtwerke und Bahn jeweils etwa 21 Millionen, die Stadt Augsburg 2,2 Millionen. Im Frühjahr 2014 soll es, von Westen beginnend, unter dem Hauptbahnhof losgehen, der äußere westliche Bereich wird ab 2017 angegangen.

Und wer sich dann "nach dem Krieg" in sieben Jahren mit dem Schwejk in der Bahnhofsrestauration treffen wird, steht momentan vermutlich noch nicht mal in den Sternen...

Foto unten: Kurt Gribl und Norbert Walter (v.l.)

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