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Der Mörder ist (fast) immer der ....

Zeitreise im Wiener Tatort: Rotweißroter Behördenfilz, ein denkbar klassisches Motiv und noch viel traditionellere Täterfiguren...

War fast schon eine Zeitreise gestern im Wiener Tatort. Rotweißroter Amtsschimmel und Behördenfilz und ein denkbar klassisches Motiv: Rache an der untreuen Ehefrau, die den Gatten seinerzeit ins Irrenhaus brachte.

Die sanften Anspielungen auf den Fall Mollath und das bisschen Globalisierungskritik fielen da fast gar nicht auf, ebenso wie die österreichische Entdeckung der Splitscreen-Technik im Thomas-Crown-Stil. Und das Schönste: Keinerlei unnötiges Privatgeplänkel der beiden Kommissare Fellner und Eisner, über deren eventuelle Familienzusammenführung ja schon lang in der Friseurpresse spekuliert wird.

Das Allerschönste war aber natürlich der Rückgriff auf eine klassische Täterfigur: Der, oder besser: ein Mörder war der Gärtner. Fast. Zumindest leistete die "mysteriöse" indische Haushaltskraft Beihilfe, also auch hier traditionellster Krimistoff, auch wenn der Butlergärtner mit seinem Edgar-Wallace-Blick etwas zuviel des Guten war. Was selbstredend auch für den Psychogatten gilt, der vor 50 Jahren vermutlich noch von Klaus Kinski gespielt worden wäre.

Kurz und gut: Ein Tatort wie ein Tante-Emma-Laden, altmodisch und unspektakulär. Warum nicht? (flo)

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