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Jewish Chamber Orchestra Munich
Ein unüberhörbares Zeichen für die Lebendigkeit, Vielfalt und Unverzichtbarkeit jüdischer Kultur im öffentlichen Raum: Am Mittwoch, den 17. Juni 2026 um 19:00 Uhr, lädt die Israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg zu einem außergewöhnlichen Konzertabend in die Synagoge Augsburg (Halderstraße 6-8, 86150 Augsburg) ein. Unter dem Titel „Melodien aus Osteuropa“ präsentiert das renommierte Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) unter der Leitung seines Gründers und Dirigenten Daniel Grossmann eine musikalische Reise, die weit über gängige Klischees hinausreicht. Das hochkarätig besetzte Kulturereignis steht unter der offiziellen Schirmherrschaft von Augsburgs neuem Oberbürgermeister Dr. Florian Freund.
Eine nahezu verstummte Klangwelt wird lebendig
Im Zentrum des Programms steht die reiche, über Jahrhunderte gewachsene jüdische Kulturlandschaft zwischen Polen und der Ukraine. Es ist eine Welt, die tief von der Atmosphäre der Shtetl und osteuropäischen Großstädte geprägt war und deren musikalisches Erbe in Synagogen wie in Konzertsälen gleichermaßen widerhallte. Komponisten haben diese traditionellen jiddischen Melodien über Generationen hinweg gesammelt, dokumentiert und meisterhaft weiterverarbeitet. Das Augsburger Publikum erwartet eine nahezu verstummte Klangwelt voller tiefer Spiritualität, folkloristischer Energie und musikalischer Gelehrsamkeit.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends ist der Auftritt der israelischen Mezzosopranistin Shachar Lavi. Die Künstlerin bringt eine zutiefst persönliche Note in das Konzert ein, da sie selbst mit den traditionellen jiddischen Liedern ihrer Großmutter aufgewachsen ist. Ihre Interpretation verspricht eine emotionale Intensität, die die Brücke von der Vergangenheit direkt in die Gegenwart schlägt. Das Orchester kombiniert dieses wertvolle osteuropäische Erbe, darunter Werke von Joel Engel und Mieczys³aw Weinberg, mit einem monumentalen Meilenstein der klassischen Musik: Gustav Mahlers tiefgründiger Bearbeitung von Franz Schuberts berühmtem Streichquartett Der Tod und das Mädchen für Streichorchester.
Das Orchester und sein streitbarer Leiter
Das vor über 20 Jahren von Daniel Grossmann gegründete Jewish Chamber Orchestra Munich – ehemals Orchester Jakobsplatz München – hat sich längst als fester und progressiver Bestandteil des deutschen Kulturlebens etabliert. Das Ensemble widmet sich dezidiert jüdischen Themen, Projekten und Komponisten, versteht sich dabei jedoch als offenes Forum für die gesamte Gesellschaft. Die Musikerinnen und Musiker des Orchesters sind keineswegs ausschließlich jüdischen Glaubens, und auch das Publikum ist seit jeher eine bunte Mischung aus allen Teilen der Stadtgesellschaft.
Für den künstlerischen Leiter Daniel Grossmann ist der Auftritt im aktuellen gesellschaftlichen Klima von herausragender Bedeutung. Er positioniert sich seit Jahren pointiert gegen eine zunehmende Zurückhaltung im Kulturbetrieb, bei der jüdische Veranstaltungen immer häufiger aus vermeintlichen Sicherheitsbedenken abgesagt oder in den unsichtbaren, privaten Raum gedrängt werden.
Veranstaltungsdetails:
Event: „Melodien aus Osteuropa“ – Konzert des Jewish Chamber Orchestra Munich
Datum: Mittwoch, 17. Juni 2026, 19:00 Uhr
Ort: Synagoge Augsburg, Halderstraße 6-8, 86150 Augsburg
Mitwirkende: Shachar Lavi (Mezzosopran), Jewish Chamber Orchestra Munich, Daniel Grossmann (Leitung)
Foto: Robert Brembeck
locations
Synagoge
Synagoge Augsbrug / Jüdisches Kulturmuseum
Halderstr. 6-8
86150 Augsburg
Deutschland
Zu den herausragenden Baudenkmälern Augsburgs gehört die Synagoge in der Halderstraße. Der Monumentalbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts ist ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-jüdischer Kultur, ein herausragendes Dokument jüdischer Geschichte in Bayern und – nach der Vernichtung der jüdischen Gemeinde in der NS-Zeit – heute wieder das Zentrum einer, durch den Zuzug von Juden aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sprunghaft gewachsenen Kultusgemeinde.






