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Der Papst und die Heilige Scheiße
Erleichternde Eilmeldung aus Rom: Auch unfehlbare Menschen können sich mal versprechen. So geschehen am Sonntag im Vatikan. Während einer Predigt hat Papst Franziskus versehentlich "Scheiße" gesagt. Also nicht, weil er wegen etwas wütend war und ihm der Kraftausdruck rausgerutscht ist. Es war ein Versprecher. Cazzo - Scheiße ist im Italienischen sehr verwandt mit Caso - Fall. In diesem Fall kann das also leicht passieren.
Hätte der Papst seine Predigt auf Deutsch gehalten, wäre ihm der fäkale Fauxpas erspart geblieben. Aus dem Grund hat uns Papst Benedikt wahrscheinlich so selten belustigt, er hatte eine keine Chance, sich groß zu versprechen, weil das Deutsche in der Hinsicht vielleicht einfach weniger Möglichkeiten bietet.
Andererseits schaffen es immer wieder Deutsche, sich lustig im Wörtlichen zu vergreifen. Papst Benedikt kann sich also nicht damit rausreden, dass seine Muttersprache kaum Möglichkeiten zum Verhaspeln, Verhunzen und Versprechen bietet. Man muss sich nur anschauen, was Wortakrobaten wie Edmund Stoiber in dem Bereich geleistet haben: "Ich muss die Blumen hinrichten!"
Oder Angela Merkel: "Mein lieber Roland Kotz...äh Koch!"
Oder Aktfotograf Helmut Newton: "Ich will dich fotzografieren."
Nein, der bayerische Vorgänger von Papst Franziskus hat sein Pontifikat in der Hinsicht sinnlos vertan, hat es verschleudert, hielt unzählige Predigten und nie, nie, nie hat er einen lustigen Versprecher zustande gebracht. Bezeichnenderweise gelang ihm erst ganz am Ende indirekt so etwas wie ein kleines Witzchen und das auch erst durch seine Abdankung.
Als der Benedikt am Rosenmontag vor einem Jahr zurücktrat, verkündete ein Moderator des WDR, dass der Papst seinen Rücktritt auf einer Karnevalsversammlung erklärt habe, was so nicht ganz zutreffend war. Die Karnevalsversammlung war eigentlich eine Kardinalsversammlung, was für viele freilich keinen großen Unterschied machen dürfte, aber das ist eine andere Geschichte. (me)






