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Die Socken des Ordnungsreferenten
Gestern war ein schöner Tag. Ich saß auf einer Bank am Rathausplatz, die Sonne schien und dann lief auch noch Ordnungsreferent Dirk Wurm an mir vorbei. Letzteres war deswegen schön, weil Wurm modetechnisch immer mal eine Betrachtung wert ist, denn er ist très chic.
Was aber war so bemerkenswert an Dirk Wurms gestrigem Outfit? Seine Socken. Dieses vermeintlich unauffällige, aber in Wahrheit sehr beachtenswerte Kleidungsstück, verrät mitunter viel über seinen Träger. Dirk Wurm jedenfalls trug zu hellgrauen Glattlederhalbschuhen bunte Ringelsocken. So farbenfroh wie ein Regenbogen. Meine erste Reaktion: freudiges Lachen. Freudig, weil eine Stadt, deren Ordnungsreferent bunte Ringelsocken trägt, nicht so ganz schlimm sein kann, und Lachen, weil es lustig aussieht, wenn ein Politiker soviel Mut hat.
Man muss allerdings auch sagen, dass er es halt tragen kann. Die Socken passen zum Mann. Nehmen wir mal seinen Vorgänger, Volker Ullrich. Kann man sich Volker Ullrich mit fröhlichen Regenbogensocken vorstellen? Doch wohl eher nicht. Sollte Volker Ullrich jemals auf die Idee kommen, sich dergestalt auszustaffieren, würde man ihm die Sockenwahl bis ans Ende seiner Tage unter die Nase reiben, seine politische Karriere wäre beendet, böse Stimmen würden ihn als männliche Pippi Langstrumpf verhöhnen, man würde ihn aus der Stadt jagen. Wahrscheinlich.
Bei Kurt Gribl liegt der Fall anders. Kurt Gribl ist sehr groß und macht was her, er trägt verdammt gute Anzüge. Würde Kurt Gribl besagte Ringelsocken zum Anzug tragen, würde man weniger seine Männlichkeit infrage stellen, dafür aber seinen Geisteszustand. Die Menschen würden schlichtweg davon ausgehen, dass Gribl im Stress seines Amtes langsam den Verstand verliert und die Socken ein erstes ernstes Indiz für den beginnenden Irrsinn unseres OBs wären.
Bei Reiner Erben dagegen würde sich niemand wundern. Der Mann ist bei den Grünen und da ihm manche einen gewissen Mangel an Charisma nachsagen, wären die bunten Ringelsocken eher ein rührender Versuch, an Profil zu gewinnen. In einer ganz anderen Liga spielt dagegen die SPD-Fraktionsvorsitzende Maggi Heinrich. Lobenswerterweise trägt sie gerne kurze Röcke und hat gute Beine, da würden sich tatsächlich an Pippi Langstrumpf erinnernde bunte Strumpfhosen anbieten. Das nur mal als kleine sexistische Anregung.
Ich kann mir schon vorstellen, dass Dirk Wurm bald verzweifelt ausrufen wird: Hört doch endlich auf, immer nur über meine dummen Socken zu reden! Ich, ich bin doch viel, viel mehr als meine Socken! Oder!?
Warten wir es ab. (me)






