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Don't glotz!
Eigentlich ist es nur eine gesellschaftliche Bankrotterklärung mehr: Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister stellt heute mobile Sichtschutzwände gegen Gaffer vor. Die Stoßrichtung ist klar: Weil Krethi und Plethi mit ihren Handykameras nicht nur die Retter behindern und Staus verursachen, sondern auch fröhlich Opfer filmen, versucht man nun auf diese Weise gegen die gefährliche Schaulust vorzugehen.
Helfen wird's wohl nicht viel, das "Interesse" an Katastrophen ist aus unseren Genen nicht rauszubekommen. Oder schaut jemand wirklich "Titanic" wegen Leonardo DiCaprio und dieser Schauspielerin, deren Namen wir jetzt gerade vergessen haben?
Der Bund der Steuerzahler hat die halbe Million Euro Kosten für die Straßen-Paravents auch schon kritisiert und eine werbefinanzierte Unterstützung verbietet sich per se – man soll ja gerade nicht hingucken. Andererseits wäre es natürlich verführerisch: Die Entwicklung eines Plakats, das das Wegsehen forciert, die Wahlwerbung der meisten Parteien wäre ein gutes Beispiel. Oder eine Gewinnankündiung mit Telefonnummer – und wer anruft, bekommt ein Knöllchen wegen Gaffens?
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – und vielleicht sollten wir daran auch denken beim nächsten Unfall auf der Autobahn. Stellen Sie sich einfach vor, es ist nichts passiert. Aber es könnte etwas passieren, wenn Sie nicht ganz vernünftig einfach weiterfahren – und das wollen Sie sich ja lieber nicht vorstellen, oder? (flo)






