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Fall kommt von Fallen
Die ARD mag Kinder. Verständlich, denn irgendwoher muss der Nachwuchs ja kommen für die kaputten Tatort-Ermittler, die mittlerweile schneller verschleißen als ne Billigjeans aufm Bau. Also werden die Kids entführt (letzte Woche) oder gleich zum Täter gemacht (gestern).
Das hat einige Vorteile: Die traumatisierten Kleinen müssen nicht viel reden, der im Kinderzimmer ermittelnde Kommissar findet die Beweise durch geschicktes Umdrehen von Kinderzeichnungen und die Justiz muss weiter nicht bemüht werden, weil die verständnisvollen Polizisten ihre künftigen Nachfolger nicht ans Gummimesser liefern.
Ansonsten freuten sich die Macher des Dortmunder Tatorts vermutlich wie Kinder darüber, dass selten ein Fall so viel mit Fallen zu tun hatte. Gesprungen wurde von allem, was nicht bei drei auf dem Erdboden war: alte Zechen, Fördertürme, Talsperren, Flugzeuge (in denen man danach auch prima vögeln kann). Hatte alles nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun, aber das weiß man ja nicht beim Ermitteln in der eigenen Psyche.
So dauert es immerhin bis zwanzig nach neun, bis die alles entscheidende Frage fällt, die in keinem Tatort fehlen darf: "Haben Sie Kinder?" will die Mordsmutter vom Kommissar wissen. Der hat bereits vor einer Viertelstunde den Mördersohnemann in seinem Baumhaus überführt und widmet sich nun der Witwe, während seinen Kollegin es nicht mehr über die Kreuzung schafft.
"Was man spricht, muss man doch halten", sagt der neunjährige Täter irgendwann mal. Stimmt, niemand hat uns einen spannenden Krimi versprochen... (flo)






