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Eintagsfliege

"Ich habe nein gesagt!"

Der FDP-Kreisvorsitzende Markus Arnold kritisiert die "Wechselspielchen" im Stadtrat - als CSU-Hospitant eine zumindest gewagte Strategie...

Neues aus der Rubrik "Was macht eigentlich?": Markus Arnold ist FDP-Kreisvorsitzender in Augsburg und hat bei der Wahl 2014 immerhin einen Stadtratssitz für die Freien Demokraten ergattern können. Danach hat er sich allerdings ziemlich schnell das Motto der eigenen Homepage "Nicht meckern, sondern mitmachen" zu Herzen genommen und "hospitiert" seit 15 Monaten bei der CSU-Fraktion.

Für diese treuen Dienste, u.a. als Fusionsbefürworter (Zitat: "Eine Fusion ist ein komplexes Projekt, alleine die öffentlich verfügbaren Daten sind so umfänglich, dass viele Bürger gar nicht die Zeit haben, diese zu lesen."), ist der 39jährige nun von Augsburgs Ober-CSUler Bernd Kränzle gelobt worden: "Markus Arnold ist als Hospitanz eine echte Bereicherung, weil er seine eigene, besondere Perspektive mitbringt", so Kränzle, ohne diese "besondere Perspektive" näher zu erläutern. Als Fleißbildchen für die "sehr gute Arbeit" u.a. im Finanzausschuss bekommt Arnold nun Urlaubssperre und muss im Ferienausschuss ran.

Vermutlich wird Arnold, der zuletzt Peter Grab wegen seiner Zusammenarbeit mit der AfD als "Steigbügelhalter" bezeichnet hat, die Sommerpause nutzen, um weiter Kritik an der "aktuellen Praxis der Fraktionsbildungen" zu üben: "Die bisherigen Regeln gehören auf den Prüfstand, bei den absurden Wechselspielchen zwischen Pro Augsburg, WSA und AfD weiß man freitags nicht, welche neuen Kleinstgruppierungen montags ein Büro aufmachen", so Arnold.

Gedanken um eigene Arbeitsräume im Rathaus musste sich die Augsburger FDP schon lange nicht mehr machen: Zuletzt waren die Freien Demokraten 2002 mit mehr als einem Sitz im Stadtrat vertreten, damals nach einer gemeinsamen Liste mit - Pro Augsburg. Deren langjähriger Vorsitzender Nico Kummer beurteilte das Zusammengehen später so: "Letztlich haben wir 2002 der FDP zu zwei unverdienten Sitzen verholfen." Die Kritik eines Facebook-Users, Arnold hätte auch nur wegen der Ausschussposten bei den Christsozialen angeheuert, konterte der 39jährige mit den Worten: "Ich hätte mich 2x Pro Augsburg anschließen können, dann hätte ich 2x mehr Ausschussposten haben können. Ich habe nein gesagt."

Wir sind dann mal gespannt, was Markus Arnold nach der Wahl 2020 sagt...
(flo)

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