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Kurt Gribl – 1000 Kilometer für die CSU
Hochinteressantes Thema gestern im Stadtrat: Kurt Gribls Fahrten zur CSU nach München. Bekanntlich ist der Oberbürgermeister ja jetzt einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden und muss deswegen immer mal wieder in die Landeshauptstadt. Toll: Wenn Horst Seehofer und die anderen sechs Stellvertreter plötzlich zurücktreten oder einfach sterben würden, wäre Kurt Gribl neuer Parteichef.
Wenn das passiert, gäbe es halt das Problem mit Gribls zunehmender Pendelei zwischen Augsburg und München. Freie Wähler, ÖDP, Linke und Polit-WG haben deswegen nachgefragt, wie der gute Mann eigentlich jetzt, einstweilen als einfacher Vize, zur Parteizentrale kommt. Es kam raus: mit dem Dienstwagen. Das ist natürlich heikel, denn den hat er ja nicht für seinen Parteidienst, sondern für die Stadt. Aber ist eine Fahrt zur Vorstandssitzung der CSU ein Privatvergnügen? Die These fand sogar das Finanzamt zu steil. Deswegen hat man sich nun auf einen Kompromiss geeinigt.
Gribl darf fünfmal im Monat mit dem Dienstwagen nach München und dabei maximal 1000 Kilometer verfahren. 1000 Kilometer für die CSU. Die Strecke vom Rathaus bis zur CSU-Zentrale in der Nymphenburger Straße misst um die 65 Kilometer, hin und zurück 130 Kilometer. Macht insgesamt nur 650 Kilometer, es bleiben also 350 km als Puffer, falls sich der Chauffeur mal verfährt. Ein wenig kleinlich das Ganze. Eigentlich könnte man doch sagen: Wo Gribl arbeitet, ob im Büro, im Dienstwagen oder in der Titania-Sauna, ist doch egal. Hauptsache, es kommt etwas Vernünftiges dabei heraus.
Aber immerhin zeigt die Entscheidungsfindung im Stadtrat: Wenn es wirklich wichtig ist, findet man schnell einen Weg. Nicht so wie beim Sozialticket für Bedürftige. Das hatte schon Zeit und man muss halt auch Prioritäten setzen und abwägen. Wo soll ein Hartz-4 Empfänger schon groß hinfahren und was bringt das überhaupt? Es kostet vor allem. Anders als der Transport des OB, deswegen waren sich alle Parteien, bis auf die oben genannten Nörgler, sehr rasch einig. Gute Fahrt, lieber Kurt. (me)






