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Meister Wenders und seine Pumuckls
Ohne gleich wieder den Spielverderber geben zu wollen: Wie lang soll der ganze Bayern-Musik-Hype eigentlich noch gehen? Vor gut zwanzig Jahren hat die Bluesband Williams Wetsox aus Huglfing (zwischen Starnberger- und Staffelsee) einfach im Clochard, dem heutigen Glyzerin, gespielt, das Publikum hat sich bei Bier und Kippen über einen Interpreten gefreut, der – ähnlich wie der Söllner-Hans – halt auf Bayerisch singt und gut war's. Kippe ausgedrückt, Bierglas geleert, servus!
Mittlerweile werden Musiker aus dem Rauchfreistaat angekündigt wie Lichtgestalten, die uns vor allem retten, das auf -a endet (Pegida, Ebola, FIFA), "Rosi's Welt" ist der neue Jostein Gaarder, kein Krimi ohne Radi aufm Cover und jede Band, die es schafft, eine Tuba auf die Bühne zu stellen, wird zu Heimatrebellen erklärt in der Tradition von Franz-Joseph Kneißl dem Zweiten.
Mit "Bavaria Vista Club" (!) läuft zurzeit der gefühlt hundertfünfundachtzigste Film "über das Land, über die Menschen und ihre Musik" in ausgewählten Kinos. Diesmal geht's um Musiker aus Oberbayern, in dem Konzept natürlich mit "ai" geschrieben. Im Filminfo heißt es: "In seinen Liedern erkennst Du Land und Volk". Ein Satz wie aus dem Katalog der Reichsmusikkammer, aber das ist natürlich eine böse Unterstellung, schließlich ist "oberbayerische Musik manchmal bunter als die Polizei erlaubt". Potzblitz beim Pumuckl!
Am Donnerstag, 15.01., gastieren Film und Regisseur Walter Steffen im Thalia. Mit dabei: William Fändrich von Williams Wetsox, die laut Bandinfo "seit Sylvester 1979/80 den boarischen Blues" spielen. Das Publikum darf Fragen stellen. Vielleicht sogar auf Hochdeutsch. (flo)
Foto unten: William Fändrich (Copyright: Konzept+Dialog)






