Nörgler an die Macht!

Es gehört zu den vornehmsten Hobbys der Deutschen, zu nörgeln. Wahrscheinlich ist die Nörgelei der kleinste gemeinsame Nenner unserer Leitkultur.

Vertraut man dem Urteil der Nörgler, müssten wir, vom Bundeskanzler bis zum Dorfbürgermeister, mehrheitlich von Leuten regiert und repräsentiert werden, die blöd, arrogant, ignorant oder korrupt sind, manches auch in Kombination. Seltsamerweise ist noch keine Revolution ausgebrochen. Das ist das eigentlich Interessante am Phänomen des Nörgelns. Wer nörgelt, rebelliert nicht. Er weiß es halt nur besser. Würde er an die Macht kommen, würde er keine Fehler machen. Wären die Nörgler dann endlich an der Macht, wäre die Welt perfekt. Denn der Nörgler weiß, wie man es eigentlich machen müsste.

Der Nörgler ist an sich eine tragische Figur, denn er ist meist machtlos, während der Mächtige nicht nörgeln muss, er bestimmt die Richtung während die Nörgler nörgeln. Was eigentlich eine beneidenswerte Position ist. Das muss man erst mal schaffen: eine mächtige Position zu erreichen, die zahlreiche Nörgler provoziert.

Würden sich beispielsweise alle Nörgler Augsburgs zusammentun und eine Partei gründen, hätten sie gute Chancen, die CSU als stärkste Fraktion abzulösen, sie müssten sich lediglich ohne zu nörgeln auf einen OB-Kandidaten einigen, ein paar andere Nörgler als Referenten einsetzen und schon wären sie keine Nörgler mehr, sondern Macher.

Das Problem wäre natürlich, dass die bisherigen Macher sofort nach der Machtübernahme der Nörgler selbst zu Nörglern werden würden. Richard Goerlich würde sich dann zwar immer noch über Volker Schafitel, Arno Löb und Siggi Zagler ärgern, nur eben, dass die jetzt OB, Pressesprecher und Kulturreferent wären. Das wäre dann wirklich großes Theater. (me)

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