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Permanenter Urlaub in Pirmasens
So, ich mache jetzt demonstrativ Urlaub in Pirmasens! Jetzt fragt man sich als Leser vielleicht, warum macht der gute Mann denn gerade in Pirmasens Urlaub? Nun, weil dort sonst niemand Urlaub macht. Das reicht mir als Grund.
Gestern kam die Erleuchtung aus Langeweile. Ich habe focus.de angeschaut und stieß auf die überraschende Meldung, dass gerade Pirmasens die deutsche Stadt mit den allerwenigsten Touristen ist. Nur 136 am Tag, was ich ehrlich gesagt schon wieder viel finde, denn man muss erst mal 136 Leute finden, die aus irgendwelchen Gründen nach Pirmasens wollen. Aber vielleicht sind das auch nur übertriebene Schätzungen und man zählt einfach alle Autofahrer, die sich an einem Tag nach Pirmasens verirren, was sie dann dort machen, weiß man ja nicht. Wie soll man denn 136 Touristen überwachen, wenn es bei Terroristen schon so schwer ist? Pirmasens also. Die Stadt wird hoffentlich ganz mir gehören. Was gibt es denn da so? Eigentlich dürfte es in Pirmasens überhaupt nichts geben, denn man weiß ja, dass, wenn es bereits irgendwas gibt irgendwer kommt und es sehen will, außer vielleicht Haunstetten.
Nun, in Pirmasens gibt es das "Dynamikum im Rheinberger", was schon etwas nebulös klingt. Der Inhalt ist dann aber mau – ein außerschulischer Lernort. Das ist fast schon ein Widerspruch in sich selbst und man kann es keinem Touristen verdenken, dass er seine Kinder nicht ins Dynamikum schleppen will, das klingt fast wie Klimakterium. In der Stadtbücherei ist aber immerhin eine Hugo-Ball-Sammlung untergebracht, verrät die Stadtchronik. Einer der Begründer des Dadaismus, was auch irgendwie zum Namen der Stadt passt.
Pir-ma-sens. Das klingt seltsam. Ein bisschen wie Permanenz. Permanente Pirmasenz...könnte eine Krankheit sein, aber das lockt freilich auch keine Ausflügler an. Außer mich. Ja, aber warum denn eigentlich mich? Weil ich schon immer mal in eine Stadt wollte, in der nichts los ist (und das sagt einer, der in Neusäß aufwuchs). Ich glaube nämlich, die beste Erholung findet man nicht in der Einsamkeit der Natur, sondern in der Einsamkeit der städtischen Ödnis. Ich werde eine Woche in Pirmasens ruhen, das Nichts betrachten, mir tiefe Gedanken machen...über mich, über die Menschen, die es dort aushalten, über das Leben natürlich. Und werde innerlich gereift und sittlich bestärkt heimkehren.
Das ist mein Plan und im neuen Jahr werde ich dann Bericht erstatten. Bis denn. (me)






