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Tasmania Leipzig
Die ARD hat ihren Leipziger Ermittlern zum Abschied einen "Tatort" geschenkt, in dem sie überhaupt nicht ermitteln mussten. Stattdessen wurde viel gequatscht und gewatscht und am meisten bekam der ab, der auch wirklich das Gesicht dafür hat: Kommissar Keppler. Aber auch der Kindsentführer, der eben noch im Heizungsraum Klimmzüge machte, wird von seiner Gattin mit zwei gezielten Ohrfeigen zu Boden gestreckt. Die Begründung wird nachgereicht:
- Ihr Mann hatte Heuschnupfen, oder?
- Ja, und Asthma.
Autsch.
Längst hat die Frage "Haben Sie Kinder?" das früher in Krimis sehr beliebte "Wo waren Sie am...?" abgelöst. Und wo keine Handlung hindert, kann man sowieso voll auf Dialoge setzen.
- Dein Schuh stinkt immer noch.
- Da hat halb Leipzig hingeschissen.
- Du bist schwer wie ein Pferd.
- Bist du schon wieder reingetreten?
- Hör auf, nur zu denken.
- Fuck you, Medea!
- Ist das traurig.
Man kann stundenlang über diesen letzten Leipzig-Tatort mit Simone Thomalla und Martin Wuttke alias Saalfeld und Keppler schreiben, nur leider nix Sinnvolles oder gar Spannendes. Simone Thomalla, die Frau, die in jeder zweiten Apothekenrundschau dafür gelobt wird, dass sie mit 50 immer noch aussieht wie 49, hatte natürlich das letzte Wort, nachdem sich das entführte Mädchen selbst gerettet hatte und direkt vors Auto der Rosenkriegs-Kommissare gelaufen war: "Komm her, mach mir ein Kind!" bittet sie Exmann Keppler. Der ist derweil an Wahnvorstellungen längst gewohnt und stürzt sich ins offene Bett, während im Kellerverlies, wo immer noch die frischverwitwete Entführersgattin hockt, die letzte Kerze erlischt.
Sehr poetisch, liebe ARD, und in Sachen Frauenbild wirklich topmodern. Wir sind gespannt auf die Nachfolger: Ralf Rangnick und das Maskottchen von RB Leipzig? (flo)






