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Eintagsfliege

Udo Jürgens ist tot und PEGIDA will heute Weihnachtslieder singen

Udo Jürgens ist tot und PEGIDA will heute Weihnachtslieder singen. Andersrum wäre besser. Aber, was soll man machen? Diskutieren? Ignorieren? Trauern?
Was PEGIDA angeht, da ist man als Journalist ja inzwischen unglaublich sensibilisiert. Gerade wurde ein RTL-Reporter gefeuert, weil er sich als PEGIDA-Demonstrant ausgab und ordentlich auf Türken und Islam geschimpft hat. Dass RTL die Menschen verblödet, ist zwar nichts neues, aber bislang geschah das eben eher nicht undercover.

Ich habe ja die gutgläubige Überzeugung, dass man über alles reden kann. Wenn PEGIDA sagt, Deutschland wird islamisiert, dann definiert man die Begriffe und prüft die Aussage. Am Ende wird man dann feststellen, wie unzutreffend die Behauptung ist und die Sache ist erledigt. Sollte man meinen. Aber es gibt eben die Tendenz, dass man alles, was nach rechts riecht tendenziell als Neo-Nazistisch betitelt und damit ist die intellektuelle Auseinandersetzung dann auch vorbei. Was nicht heisst, dass dumpfe Parolen, wie die von PEGIDA, intellektuell auf festen Boden stünden. Es ist aber zu einfach auf die dumpfen Ossis zu schimpfen, die ja eh keine Moslems als Nachbarn haben.

Dieses Argument ist ein bisschen gefährlich. Denn es legt ja indirekt nahe, dass Islamfeindlichkeit in Städten in denen viele Moslems leben berechtigter wäre.

Augsburg hat da eigentlich viel Glück, wir haben einen relativ hohen Anteil muslimischer Bevölkerung, aber das Zusammenleben klappt sehr gut.(Hei, ich schreibe schon fast wie die AZ) Sicher, es gibt auch hier Paralleltendenzen und religiös-nationalistische Eiferer, aber letztlich zeigt sich, dass das Fremde und die Fremdheit zwischen den Kulturen am besten durch Nähe überwunden wird, nur so wird man zum Kollektiv.

Udo Jürgens ist, ja ist, ja auch so ein Phänomen. Er war natürlich ein Mensch, aber er ist eben viel mehr. Er gehört zu dem, was man kollektives Gedächtnis und Bewusstsein nennt.

Wenn wir über den Tod von Udo Jürgens trauern, trauern wir auch immer um uns selbst, um unserer Vergänglichkeit. Jeder Star, jeder Autor, jeder bekannte Mensch, der für eine Epoche stand, mit dem wir Gefühle verbinden, ist Teil von uns und mit ihrem Tod sehen wir einen weiteren kleinen Teil unserer Welt untergehen. Aber das Schöne und sehr Tröstliche ist, dass immer etwas bleibt - die Erinnerung, das ist schon sehr viel.. (me)

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