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Festival

Water & Sound Festival 2026

Globale Musik, Kunst, Performance und Panels vom 23. Juli bis 1. August in Augsburg

Titel: „Waterways”

Konzerte mit Ganavya, Laura Misch, Mari Froes, BCUC, u.a.

Bühnen am Kuhsee, im Annahof und Parktheater im Kurhaus Göggingen

Programm mit Ausstellung, Lesung, Panels und Welterbe-Führungen

Infos auf waterandsound.de 


Das Water & Sound Festival unter der künstlerischen Leitung von Girisha Fernando widmet sich vom 23. Juli bis 1. August 2026 unter dem Leitmotiv „Waterways“ den Wasserwegen als Routen von Handel, Macht und kulturellem Austausch – von den historischen Kanälen der UNESCO-Welterbestadt bis zu den Seerouten des Kolonialhandels. 

„Water & Sound macht diese Historien über Musik erfahrbar. Das Festival präsentiert Künstlerinnen und Künstler aus der aktuellen globalen Musikszene, die Traditionen nicht museal bewahren, sondern in heutigen Sounds weiterführen – mit Stimmen, Rhythmen, Sprachen und Klangfarben, und die lokale musikalische Wurzeln mit Improvisation, Elektronik, Pop, Jazz, Rock, Songwriting und experimentellen Formen verbinden. So werden Wasserwege nicht nur historisch erzählt, sondern als musikalische Bewegungen hier und heute hörbar: als Wege von Migration, Erinnerung, Austausch und Erneuerung.“, erklärt Festivalleiter Girisha Fernando. 

Das Festivalprogramm mit Konzerten, Kunstprojekten, diskursiven Formaten und nicht zuletzt mit kontextualisierenden Programmheft-Artikeln über z.B. die Anfänge des Kanalbaus, Industrialisierung und „Empire Building“ bietet Einblicke in komplexe Zusammenhänge zwischen Geschichte, Ökonomie, Imperialismus und Natur. Informationen zu den Konzerten mit Ganavya, Laura Misch, Mari Froes, BCUC, u.a. auf Bühnen am Kuhsee, im Annahof und im Parktheater im Kurhaus Göggingen sowie zum Programm mit Ausstellung, Lesung, Panels und Welterbe-Führungen gibt es auf waterandsound.de

„Waterways Re:Imagined": Konzert & Gespräch im Parktheater

Einen musikalischen Höhepunkt des Festivals bildet der Abend „Waterways Re:Imagined" am Donnerstag, 30. Juli im Parktheater im Kurhaus in Göggingen. Er versammelt markante künstlerische Positionen zwischen globaler Musik, Soundart und Alternative Pop. Die britische Musikerin und Klangforscherin Laura Misch verarbeitet Field Recordings von Flüssen und Kanälen zu atmosphärischen Songs, in denen Saxofon, Stimme, Synthesizer und Elektronik eine eigene, fein gearbeitete Klangsprache ergeben. Die Sängerin Ganavya, in den USA und Tamil Nadu aufgewachsen und in südindischer klassischer Musik ausgebildet, verbindet karnatischen Gesang, Improvisation und zeitgenössische Klangwelten zu einer eindringlichen musikalischen Sprache, in der Wasser zum Bild für Erinnerung, Heimat und Bewegung wird. Ein Gespräch mit dem britischen Autor Sathnam Sanghera, dessen Bücher „Empireland" und „Empireworld" persönliche Familiengeschichte mit globalhistorischer Analyse verbinden, macht den Auftakt der Veranstaltung. Das Water & Sound Ensemble – mit Musikern und Musikerinnen der Augsburger Philharmoniker und des Londoner Duos Balladeste – rahmt den Abend mit Arrangements zwischen Streichquartett, Neoklassik und experimentellem Pop.

 

Wissen, das klingt – und Zusammenhänge, die bleiben

Die Musik des Festivals erzählt von Wasserwegen als Routen von Migration, Erinnerung und Austausch – doch Water & Sound schöpft nicht nur aus der Musik. Weitere Programmpunkte erschließen die historischen und politischen Zusammenhänge hinter dem Festivalmotiv: mit einer begehbaren Kunstinstallation, Tee-Workshops, einem wissenschaftlichen Panel und einem Programmheft, das selbst als Wissensangebot konzipiert ist. 

Kanäle, Flüsse und Seerouten sind keine neutralen Infrastrukturen – sie sind Linien, entlang derer sich Macht, Kolonialismus, Migration und ökologische Krisen verdichtet haben. Das Panel „Liquid Histories" (Samstag, 25. Juli, 18 Uhr, Wassertürme & Handwerkerhof) vertieft diese Linien und bringt drei Perspektiven zusammen: Luminita Gatejel (Universität Regensburg) betrachtet die Donau als imperialen Wasserweg und frühen Schauplatz internationaler Politik. Davide Martino (Université Libre de Bruxelles) verbindet Augsburgs historische Wasserlandschaft mit kolonialen Ambitionen des 16. Jahrhunderts. Hajra Haider Karrar (SAVVY Contemporary, Berlin) richtet den Blick auf den Indischen Ozean als Raum von Handel, Eroberung und klingenden Erinnerungen. 

Künstlerisch verdichtet sich das Wissen um die Zusammenhänge der „Waterways“, Wasserwege, mit Handel, Macht und Kultur in der Installation „The Tea Chariot" von Rafram Chaddad, Amelie Seeger und Sebastian Giussani: In der ehemaligen Dominikanerkirche St. Magdalena wird eine lebende Teepflanze in einer gläsernen Wardian Case zum Ausgangspunkt einer begehbaren Klang- und Rauminstallation über Kolonialismus, botanische Spionage und globale Handelswege (Freitag, 24. bis Sonntag, 26. Juli sowie Mittwoch, 29. Juli bis  Samstag, 1. August, täglich 13 bis 18 Uhr). Die begleitenden Tea-Workshops „Tasting Geographies" laden ein, Tees aus China, Darjeeling, Tunesien und der Sahara zu verkosten – und dabei über Plantagenökonomien, Lieferketten und kulturelle Bedeutungen des Teetrinkens ins Gespräch zu kommen.

Erstes Wochenende: Bühne am Kuhsee

Am Freitag, 24. Juli eröffnet das Musikprogramm des Festivals am idyllischen Kuhsee, umgeben von drei Welterbe-Objekten: dem Lechwehr Hochablass, dem historischen Wasserwerk und dem Olympia-Eiskanal von 1972. Daraa Tribes aus dem marokkanischen Draa-Tal verweben Gnawa, Amazigh, Sahara Blues und Rock zu einem mehrsprachigen Wüsten-Groove, in dem Jahrhunderte von Handelswegen und Migration als kollektive Stimme hörbar werden. Lala Tamar, marokkanisch-brasilianische Sängerin und Guimbri-Spielerin, belebt das musikalische Erbe jüdisch-marokkanischer Frauen mit einer Mischung aus Ritual, Tanzbarkeit und persönlicher Erzählung neu. Als Support bringt die Augsburger Rockband Picky Eater ihren eigenwilligen Mix aus Grunge, Glam-Rock und Art-Rock an den See.

Zweites Wochenende: Konzerte und Begegnung im Annahof

Traditionell und seit vielen Jahren wird der Annahof mitten in der Stadt an zwei Abenden des Festivals (Freitag, 31. Juli und Samstag, 1. August) zum offenen Treffpunkt für die diverse Stadtgesellschaft: mit Musik, Begegnung und Austausch – mit Konzerten, Essens- und Infoständen von Augsburger Vereinen und Initiativen. 

Ein absoluter Höhepunkt dabei ist das Konzert der bekannten brasilianischen Sängerin Mari Froes, eine der spannendsten jungen Stimmen der neuen Música Popular Brasileira (MPB). Sie bringt am Freitag ihre Mischung aus MPB, Samba und Bossa Nova auf die Bühne. Meral Polat verbindet anatolische Volksmusik, kurdische Lyrik, Blues und improvisatorische Freiheit zu einer Musik, in der die Geschichte einer Region zwischen Tradition und Diaspora nachhallt. Am Samstag präsentieren The Cavemen aus Nigeria ihre elegante Highlife-Renaissance, Melina aus Frankreich und Griechenland ihren „neo-traditional pop" zwischen Oud, Rebetiko und orientalischen Klangfarben – bevor BCUC aus Soweto den Abend mit ihrer ekstatischen, rituellen Live-Energie zum kollektiven Erlebnis machen. Nach ihrem gefeierten Auftritt 2019 kehrt die siebenköpfige Band zum zweiten Mal nach Augsburg zurück.

Zwischentöne: Begegnungen und Poesie, Klang und Parade

Das Programm umfasst weitere Begegnungen: Etwa fünf eigens konzipierte Führungen zum Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System“ in Kooperation mit dem UNESCO-Welterbe-Büro der Stadt Augsburg. Darunter einige begleitet von musikalischen Interventionen entlang ausgewählter Wasserorte.

Am Mittwoch, 29. Juli liest die Dichterin Rupinder Kaur Waraich in der Stadtbücherei aus ihrer Poesie über Migration, Wasser und Diaspora – von den Flüssen Panjabs bis zu den Kanalnetzen der englischen Midlands. Ebenfalls am 29. Juli ist Balladeste in der Dominikanerkirche St. Magdalena zu erleben, wo das Londoner Streicherduo seine Musik zwischen zeitgenössischer Klassik, indischer Klassik und Minimalismus in Dialog mit der Installation „The Tea Chariot" bringt. 

Ein festes, unverwechselbares Ritual beim Water & Sound Festival ist inzwischen die Parade des Wasservogels: am Samstag, 1. August wandert ein bunter Zug samt Marchingband vom Siebentischpark entlang Augsburgs Kanälen und Altstadtstraßen bis ins Zentrum – 2026 erweitert um die schwimmende Wardian-Case-Skulptur aus der Dominikanerkirche, begleitet von Musik, Tanz und allen, die Lust haben, den Wasservogel auf seinem Weg zu begleiten.

Infos Ticketing:

Alle Veranstaltung bei freiem Eintritt, außer „Waterways Re:Imagined" am 30. Juli im Parktheater Augsburg (Tickets ab 22 €). 

Für die Führungen und einige Veranstaltungen im Rahmenprogramm ist wegen begrenzter Platzkapazitäten eine vorherige Anmeldung empfehlenswert. 

Detaillierte Informationen im gedruckten Programmheft und auf waterandsound.de.

Vorverkauf: waterandsound.de und Bürgerinfo am Rathausplatz Augsburg sowie an allen Reservix-Vorverkaufsstellen.

 

 

Foto: Tanja Moosrainer

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