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Kultur

Augustus kommt auch

Zur "Langen Nacht der Kaiser und Könige" am 07. Juni werden einige Royals erwartet...

Das Thema für Thomas Weitzels erste Pressekonferenz als Augsburger Kulturreferent konnte nicht besser gewählt sein, daraus machte der bisherige Kulturamtsleiter keinen Hehl. Die Lange Kunstnacht mag schließlich jeder (letztes Jahr waren über 10.000 Besucher zu verzeichnen) und keine Aktion vereinigt so viele Augsburger Kulturschaffende. Dass Weitzel zur "Nacht der Kaiser und Könige" am 07. Juni auch nur Formulierungen wie "bunter Mix" und "für jeden etwas" einfielen, sei ihm verziehen – er hat ja schließlich Recht bei rund 200 Veranstaltungen an 40 Orten. Wichtig war ihm bei der PK am Mittwoch nicht zuletzt der ausdrückliche Dank an seine Mitarbeiterinnen Elke Seidel und Barbara Friedrichs "in einer Phase des Übergangs".

Nun also "Die Lange Nacht der Kaiser und Könige". Anlass für das royale Motto ist der (hätten Sie's gewusst?) zweitausendste Todestag unseres Stadtgründers Kaiser Augustus, der am 19. August des Jahres 14 n. Chr. das Zeitliche gesegnet haben soll – bekanntlich ohne jemals eine Sandale auf die Maxstraße gesetzt zu haben. Am 07. Juni kommt er aber endlich, wenn rund um den Dom musiziert wird auf historischen Instrumenten und die Römer fröhlich aus- und umgegraben werden.

Die Zeitachse weiter rauf finden sich zahlreiche Musiker und Künstler auf den Spuren Maximilians, es geht in den Nahen und Fernen Osten mit Musik aus dem Osmanischen Reich und China. Sogar die schönste Nase der Welt, Cleopatra, kommt zu ihren Ehren, neben dem unsterblichen König Ludwig II. und Marie Antoinette - mit Kopf, versteht sich.

Wo viel Macht und Pomp herrscht, blüht auch der Widerstand, für den in Augsburg natürlich Bert Brecht steht, neben Vorläufern wie Heinrich Heine oder Boris Vian. Darüber hinaus werden die Hoheiten des Jazz – von Duke Ellingon bis Nat King Cole - ebenso hofiert wie die klassischen Königskinder von Schumann bis Beethoven und Coldplay.

Ein besonderes Highlight ist das Gastspiel der indischen Tanzgruppe Dharani, zu deren Auftritt im Augustana-Saal sogar der Generalkonsul des Landes erwartet wird. Das H2 freut sich unterdessen über einen anderen Stargast: Der spanische Künstler Jaume Plensa kommt persönlich zur Eröffnung seiner Ausstellung. Im Glaspalast sind unterdessen Bilder seines 2007 verstorbenen Kollegen Jörg Immendorf zu sehen.

Zu sehen gibt's freilich auch die beliebten Freiluftaktionen: Im Fronhof zeigen die "Artistokraten" barockes Gartentheater, am Dom wird mit Feuer getanzt und der frischgepflasterte Elias-Holl-Platz wird festivaltechnisch eingeweiht mit einer französischen Compagnie, die ausgerechnet die britische Queen auf Tour schickt – eine Entente cordiale in Punk. Anschließend lässt das niederländische Theater Tol Engel steigen beim "poetischen Finale mit Funkenregen", so die Ankündigung.

Wer dem Funken dann noch ein paar Humpen folgen lassen will, kann das im Thalia, Hotel Drei Mohren, in der Soho Stage oder der Golden Glimmer Bar tun.

Weitere Orte, die vielleicht nicht jeder auf dem Schirm hat, sind der Handwerkerhof, in dem sich u.a. die Augsburger Friseurinnung der "Haartracht am Hofe" widmet, oder das Liliom mit einem interessanten Kurzfilmprogramm, aber auch die Synagoge, das Musikatelier Gag am Mittleren Graben und nicht zuletzt das eigentlich geschlossene Römische Museum. Dazu kommen die Galluskirche bei St. Stephan, der Garten des Wieselhauses im Domviertel, das tim und natürlich unser neuer Königsplatz, den Markus Mehr mit einer Klanginstallation bespielt. Und und und...

... weil man bei so vielen Programmpunkten sowieso keine Chance hat, allen auch nur annähernd gerecht zu werden, lassen wir's dabei bewenden. Die Tickets kosten im Vorverkauf zwölf bzw. zehn Euro (Abendkasse: 14/12) und sind ab 08. Mai in den Museen, der Bürgerinfo, beim AZ-Kartenservice, im Theater Augsburg sowie Thalia und Liliom erhältlich. (flo)

Foto: KW Neun

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