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Kultur

Das Friedensbüro ruft zum Schreiben auf

Thema »Rituale«: Wie verändert sich unser Leben durch Corona?

Schreibaufruf zum Friedensfest

Ob Händeschütteln, Heiraten oder Fußballspielen. Rituale begleiten unser Leben. Wir praktizieren sie nahezu täglich, allein oder in Gemeinschaft. Das Friedensfest *20 beschäftigt sich mit dem Thema Rituale. Denn sie sind ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Kommunikationsverhaltens und damit ein tragendes Element des Zusammenlebens. Es gibt sie in allen Gesellschaften, Familien und Gruppen. Wie stark sie unser Leben und unseren Alltag prägen und strukturieren wird gerade jetzt besonders deutlich, da so viele davon nicht möglich sind. Oder nur in stark veränderter Form.

Anfang März hat das Friedensbüro das Thema des Friedensfest-Programms bekannt gegeben und über Beteiligungsformate informiert, z.B. eine Einladung an die Bürger*innen, über Rituale zu schreiben. Zum jetzigen Zeitpunkt (Anfang April) ist zwar nicht klar, ob das Friedensfestprogramm im Juli und August wie gewohnt stattfinden kann. Das heißt aber nicht, dass Ideen zum Thema Rituale verloren gehen sollen. Im Gegenteil. Das Friedensbüro möchte deshalb den Aufruf vom März unter den veränderten Vorzeichen erneuern.

Veränderungen durch Corona

Corona brachte das gesellschaftliche Leben fast komplett zum Erliegen. Die mit der Ausbreitung des Virus verbundenen Maßnahmen beeinflussen seit Anfang des Jahres weltweit unser gesamtes Handeln und somit auch unsere Rituale. Ganz offensichtlich ist dies z.B. an den Veränderungen der gängigen Begrüßungsrituale in Deutschland ablesbar: kein Händeschütteln, keine Umarmungen oder Küsschen. Die Auswirkungen im religiösen und seelsorgerischen Bereich sind gravierend: keine Gottesdienste, Messen. Keine Ohrenbeichte!

Das lässt sich auf die Rituale in allen Bereichen wie Arbeit, Politik, Kunst und Kultur, Freizeit ausdehnen. Rituale zu Hochzeiten, Taufen und auch Beerdigungen können nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden. Neue Rituale werden geschaffen, wie das gemeinsame Singen und Musizieren auf Balkonen, Kerzen anzünden, Verabredungen zum Video-Chat mit Rotwein und chic gekleidet. Eltern müssen sich überlegen, mit welchen Ritualen sie die Kinder zuhause zum Lernen animieren können. Gerade jetzt stellt sich die Frage: Wie wichtig sind Rituale und helfen sie uns persönlich und auch als Gesellschaft in dieser Krise?

»Deutlicher als sonst sind wir als Programm-Macher*innen mitten drin im Thema, betrachten es von innen und außen und erleben es wie alle anderen Menschen mit voller Stärke im eigenen Handeln. Natürlich beeinflussen die aktuellen Ereignisse unseren Umgang mit dem Friedensfest-Thema. Diese Veränderungen möchten wir aufgreifen und die Augsburger Bürger*innen miteinbeziehen. Wir möchten dazu einladen, sich mit dem Thema Rituale und speziell den Veränderungen durch Corona auseinanderzusetzen und die eigenen Erfahrungen, Ideen und Gedanken mit anderen zu teilen«, sagt Christiane Lembert-Dobler, Leiterin des Friedensbüros.

Über Rituale schreiben und sprechen

Rituale und Corona: Wie haben sich (meine) Rituale in der Zeit der Einschränkungen und Ausgangsbeschränkungen verändert? Welche Rituale sind (mir) grundsätzlich wichtig, welche überflüssig oder gar einengend? Das Friedensbüro lädt dazu ein, persönliche Gedanken
zu Papier zu bringen und per Mail oder Post zu schicken. Gerne mit einem Foto oder kleinem Video (hier bitte mit der ausdrücklichen schriftlichen Erlaubnis zur Veröffentlichung). Eine Auswahl der Einsendungen wird laufend auf der Webseite des Friedensbüros (www.friedensstadt-augsburg.de) veröffentlicht werden.

Neue Rituale schaffen

Das Friedensbüro plant, vor und während des Friedensfest-Programms verschiedene Ritualwerkstätten und Ritualworkshops durchzuführen. Zum Beispiel soll für den Friedensplatz in Oberhausen ein Ritual, bzw. eine Veranstaltung mit rituellem Charakter, erarbeitet werden. Die Werkstätten sollen Raum für Fragen, Ideen und die Möglichkeit der Entwicklung konkreter Umsetzung bieten. Ob und wie diese Projekte stattfinden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. Sobald Neues feststeht, wird dies z.B. auf der Internetseite des Friedensbüros mitgeteilt. Interessierte können sich trotzdem auch jetzt im Friedenbüro melden. (pm/max)

Infos und Kontakt:
Friedensbüro der Stadt Augsburg
Bahnhofstr. 18 1/3a
86150 Augsburg
Telefon: 0821 324 3261 oder 3262
E-Mail: friedensstadt@augsburg.de

Foto: Fabian Schreyer

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