Durchwegs positive Resonanz auf #digitalbrecht

Brechtfestival 2021 punktet als innovatives Onlineformat - Positive Resonanz auf #digitalbrecht

Das Augsburger Brechtfestival 2021 ist am 8. März zu Ende gegangen. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz: In den Streams und in der Mediathek konnte das Publikum in den vergangenen Tagen und Nächten nicht nur viel Neues entdecken, sondern auch miteinander in Austausch kommen. Dem Gespür und der Risikobereitschaft aller beteiligten Künstler*innen ist es zu verdanken, dass die erste Online-Ausgabe als digitaler Genremix überzeugen konnte. Das Festival war wegen Corona auf ein reines Netzformat ausgewichen. Das vollständige Programm umfasste 23 eigens für das Festival konzipierte Premieren aus den Bereichen Literatur, Theater, Kurz- und Trickfilm, Figurentheater, Musikvideo und Konzert sowie weitere Filme und eine Hörspielreihe in Kooperation mit Bayern 2. Partizipative Elemente wie der Festival-Chat oder die virtuelle Airmeet-„Kantine“, die für Besucher*innen und Künstler*innen gleichermaßen geöffnet war, ermöglichten Austausch und trugen zur digitalen Festivalatmosphäre bei.

„Das Brechtfestival 2021 #digitalbrecht hat es geschafft, alle Erwartungen zu übertreffen. Es hat nicht nur den Sprung ins Digitale mit Bravour bewältigt, sondern auch dank der großartigen Organisation durch das Team des Brechtbüros sowie dem hohen Anspruch und dem breiten künstlerischen Netzwerk der Festivalleiter Jürgen Kuttner und Tom Kühnel ein digitales Festival als völlig neue künstlerische und kuratorische Ausdrucksform geschaffen. Damit haben sie bewiesen, dass Kultur Innovationstreiber für neue digitale Ausdrucksformen ist und Digitalisierung ohne kulturelle Haltung nur das Bekannte wiederholt. Das Brechtfestival 2021 begegnete damit im wahrsten Sinne des Wortes Neuem neu!“, freut sich Jürgen Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport der Stadt Augsburg.


Der Erfolg des neuen Online-Formats war keineswegs vorprogrammiert. Bis November 2020 liefen die Vorbereitungen für ein analoges Spektakel auf dem Gaswerksgelände. Als der Pandemieverlauf das immer unwahrscheinlicher werden ließ, legte das Festivalteam die fertigen Pläne beiseite und entschlossen sich, das Festival komplett ins Digitale zu verlagern. „Für uns war dann die Frage, stecken wir das Geld in kostspielige Hygienekonzepte, für ein Festival, das wir am Ende doch absagen müssen, oder geben wir das Geld in die Kunst und versuchen mit Brecht ein weltweites Publikum zu erreichen? Wir haben uns am Ende für die Kunst entschieden“, erklärt Festivalleiter Jürgen Kuttner den Schritt.

Die geladenen Künstler*innen waren nun gefordert, ihre Konzepte neu zu denken und Filme zu produzieren. All dies unter enormem Zeitdruck und unter den Bedingungen des Lockdowns. Dass dies auf breiter Ebene gelungen ist, erfüllt das Festivalteam mit Dankbarkeit und großem Stolz. Besonders erfreulich ist die große Resonanz, die durch die Verlagerung des „heterogenen Panoptikums“ (SZ) ins Netz erreicht werden konnte. Das „Kollektivwesen namens Bert“ (F.A.Z.) überzeugte als „digitale Wundertüte“ (Augsburger Allgemeine) sogar die The New York Times („...a vaster spectrum of theater, music, multimedia art and literature in a single place than anything else I’ve seen in the last 12 months“) und ermöglichte weit über die Region hinaus auch Teilhabe und Austausch von Besucherinnen und Besuchern aus den USA und dem Allgäu, aus Paris und Leipzig, aus Wien, Erlangen oder Berlin.

Auch die Rechteinhaberinnen haben sich mit dem Brechtfestival auf neue Wege begeben. Das hohe künstlerische Niveau der eigens für das Festival produzierten Filmbeiträge und der Erfolg beim Publikum schaffen eine gute Grundlage, um nun gemeinsam weitere Präsentationsmöglichkeiten der Arbeiten auszuloten.

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