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Elvis ist (wieder) tot
"Gatte gegrillt", die erste von zwei Open-Air-Inszenierungen des Sensemble Theaters, feierte am Freitag, 27.06., Premiere auf der Freilichtbühne beim Jakoberwallturm.
Es gibt drei gute Gründe, die für die Inszenierung sprechen, zwei davon stehen auf der Bühne. Die Schauspielerin Catalina Navarro Kirner (links) in ihrer Sensemble-Premiere und Publikumsliebling Kerstin Becke lassen Jörg Schur als zunehmend gehetztem Elvisfan Kenneth wenig Chancen, was seiner Rolle in dem doch etwas angestaubten Stück allerdings perfekt entspricht. "Gatte gegrillt" scheint wie geschaffen für eine Sommerkomödie (das wäre dann der dritte Grund), das Publikum jauchzt vor Vergnügen und zeigt fast schon Ansätze von Audience Participation.
Schrill geht es zu in der überarbeiteten Wiederaufnahme der Sensemble-Produktion aus dem Jahr 1999. Das doppelte Ehedrama der britischen Autorin Debbie Isitt hat auch schon gute 20 Jahre auf dem Buckel und Regisseur Sebastian Seidel versucht gar nicht erst, eine subtile Analyse draus zu machen. Am Schluss ist der Macho, der nix checkt, schlicht und einfach Vergangenheit und die beiden Damen klatschen sich ab. Elvis has left the building.
Zu Beginn erscheint es noch fast unvorstellbar, die Inszenierung durchzuhalten, so übertrieben sägen die Stimmlagen und Grimassen am Nervenkostüm der Zuschauer. Doch die Routiniers vom Sensemble retten den Abend mit Spielfreude, vielen guten Einfällen, minimalen Requisiten - und natürlich reichlich Elvis-Songs, zu denen sogar getanzt wird (Choreographie: Marcelo Santos). Eine Frage bleibt dann aber doch: Warum man eigentlich den gegrillten Gatten wieder aufgetaut hat. (flo)
Die nächsten Termine: 04.07. (ausverkauft), 05.07., 01., 02., 07., 08., 09.08.
Foto: Sensemble Theater






