Magazin
Heißdiskutierte Hitzeschlacht
Lass uns drüber reden! Echt jetzt? - "Not really funny", das neue Stück des Theter-Ensembles
Schwitzen für die gute Sache: Während am gestrigen Dienstag ein kurzes Gewitter wenigstens etwas Abkühlung brachte, wurde das Publikum in der Kresslesmühle anderthalb Stunden lang auf eine harte Probe gestellt. Die Premiere des neuen Stücks des Augsburger Theter-Ensembles füllte den Zuschauerraum tatsächlich bis auf den allerletzten Sitz und dementsprechend hoch waren die Temperaturen und Erwartungen.
Und auch auf der Bühne ging's hitzig zu: Das "Schauspiel der Diskussionskultur", eine städtische Auftragsarbeit zum "Diversity-Tag", war in bester Thetermanier ein launiger Ritt durch verschiedenste Szenarien und Textarten. Wild wird gewildert, "geklaut und verändert", wie es im Programmheft heißt, eigene Texte treffen Klassiker aus der mehr oder minder realen Welt von Klaus Kinskis legendärer Wutrede im Fernsehstudio über Martin Luther King bis zu YouTube-Star Le Floid und Hillary Clinton. Ein weites Feld, das hier kompromisslos abgegrast wird, da fallen auch mal paar Ähren neben den Anhänger.
Die Theter bieten wieder eine komplette Fußballmannschaft auf: Mit elf Darstellern und Live-Musiker (Lilijan Waworka), Gesang, Projektionen, zahlreichen guten Einfällen (Regie: Leif Eric Young) und mehreren beeindruckenden Monologen stellt "Not really funny" ein gut bestücktes Büfett an Denkanstößen in den Bratofen der Mühle, das bei der turbulenten Premiere zwar bisweilen etwas aus der Form zu laufen drohte, aber bei den weiteren beiden Terminen bestimmt noch an Bissfestigkeit zulegt.
Wieder zu sehen am 02. und 03. Juni, 20.30 Uhr, in der Kresslesmühle. Kartenreservierung unter: www.theter.de
(flo)
Bild oben v.l.: Iris Schmidt, Jerome Baur, Larissa Pfau, Lieselotte Fischer, Julia Just (Fotos: Theter)






