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Herr Pirinçci, wen haben Sie eigentlich noch nicht beleidigt?
Ein Unruhestifter poltert momentan durch das deutsche Feuilleton – Akif Pirinçci. Mit seinem Buch "Deutschland von Sinnen" wandelt er rüpelhaft auf Thilo Sarrazins Spuren und wütet gegen so ziemlich alles, was thematisch irgendwie politisch korrekt sein könnte: Sozialstaat, Feministinnen, Zuwanderer. Am Wochenende sprach Pirinçci auf dem Tag der Sudetendeutschen in Augsburg vor einer rechtslastigen Sudeten-Unterorganisation. Wir konnten vor seinem Auftritt ein Telefoninterview mit ihm führen. Im Gespräch: Pirinçci spricht mit weichem rheinländischen Akzent, der gemütlich wirken könnte, wenn sein Sprechen nicht so aufgekratzt wäre. Pirinçci redet schnell, laut und sich in Rage. Aber lest einfach selbst.
Herr Pirinçci, wen haben Sie eigentlich noch nicht beleidigt?
Akif Pirinçci: Junge Frauen, die sich vegan ernähren, die habe ich tatsächlich noch nicht beleidigt. Ich spreche ja nur mit jungen Frauen und da kommt heraus, dass das gar nichts mit Tierschutz zu tun hat, es geht denen nur darum, dass es 'in' ist. Aber die können ja schummeln, man weiß ja nicht, ob die wirklich vegan sind. Bei den Schwulen ist das anders, da merkt man es an der Gestik und der Stimme. Veganern und Vegetariern glaube ich nicht, die essen sicher heimlich Wurst.
Worüber sprechen Sie mit den jungen Frauen denn?
Einfach ins Blaue hinein, die studieren ja alle und haben wenig Geld. Die berichten mir, dass die jungen Männer heute weich wie Butter sind. Eine junge Frau hat mir erzählt, dass sie von einem jungen Typen zum Essen eingeladen wurde und am Ende wollte er, dass man getrennt bezahlt. Unfassbar, das wäre mir nie eingefallen.
Man will ja Eindruck machen.
Eben, was ist denn das für ein Eindruck, den man da macht?
Ein sparsamer Eindruck.
Ja, aber das sind doch windelweiche Typen, die haben zu Frauen keine Einstellung, wollen nur ein freundschaftliches Verhältnis, wollen Kumpel sein! Da komme dann natürlich ich als Obermacho, der ihnen auch mal eine Cola ausgibt oder einen Kaffee, da kenne ich nichts.
Wobei es zwischen jungen Männern und Frauen, trotz der Windelweichheit, auch heute noch immer wieder zu Geschlechtsverkehr kommt.
Das wundert mich! Ich finde, man sollte sich Geschlechtsverkehr erst mal verdienen, aber das scheint heute eher eine Art Freizeitbeschäftigung zu sein. Früher hat man eine Frau angeschmachtet, bis man sie ins Bett bekommen hat, man musste sich als Mann beweisen, das ist heute nicht mehr so. Wie im Kindergarten, nur mit Sex.
Das ist doch wunderbar unkompliziert.
Aber das ist nicht meine Welt, so kann das nicht laufen. Der Mann muss der Ernährer sein.
Und wenn er kein Ernährer mehr sein kann?
Das ist dann nicht so toll, das ist dann so eine beziehungslose Sache, es geht dann nur um Fun. Ich meine: Als Mann muss man Verantwortung übernehmen – und wenn die Grundvoraussetzung dafür fehlt, gibt es immer weniger Kinder. Und ohne Kinder dreht sich die Welt nicht mehr weiter.
Man könnte jetzt glatt vermuten: Haben Sie deswegen etwas gegen Homosexuelle?
Ich habe nichts gegen Homosexuelle.
Sicher?
Ich bin gegen den Kult, der um die Homosexualität betrieben wird. Da wird eine Kampagne gestartet, in der sich prominente heterosexuelle Männer abknutschen, das kommt dann in die Zeitung und steht dafür, dass man nichts gegen Homosexuelle haben soll. Aber wer hat denn was gegen Homosexuelle? Gut, ein paar Bekloppte vielleicht, aber es werden doch keine Homosexuellen mit Baseballschlägern durch die Straßen getrieben. Ganz im Gegenteil, die meisten Homosexuellen, die ich kenne, haben super Jobs, sind geschmackvoll angezogen, leben in schönen Wohnungen und sind privilegierter als die meisten Heterosexuellen.
Und das stört Sie.
Es nervt. Wo ist denn da die Diskriminierung? Außer vielleicht bei den Moslems, die würden sie wahrscheinlich aufhängen, wenn sie könnten. Aber die deutsche Gesellschaft muss doch nicht behämmert werden, um Homosexualität normal zu finden.
Ist sie nicht normal?
Ich muss Homosexualität nicht akzeptieren, höchstens tolerieren. Letztens hat mir jemand erzählt, dass die Homosexuellen beim Christopher Street Day auf der Straße ficken und dass das doch toll ist, dass sie ihre Sexualität auf der Straße ausleben können. Ist das normal?
Auf offener Straße nicht unbedingt.
Diesen Kult um vermeintlich diskriminierte Gruppen mag ich nicht.
Wer betreibt diesen Kult denn?
Da stecken Lobbygruppen dahinter, die staatlich finanziert werden wollen, die schwule Lobby ist die größte im Land nach dem Deutschen Beamtenbund. Die Politik nimmt das dann aus Ängstlichkeit auf, weil sie Angst hat, sonst in die rechte Ecke gestellt zu werden. Beim neuen Baden-Würtembergischen Bildungsplan gibt es als Beispiele im Sexualunterricht nur Lesben, Schwule und Transgender, da gibt es gar keine normalen traditionellen Beziehungen mehr. Nur eine heterosexuelle Familie gibt es.
Na also.
Halt, nicht so voreilig! Die heterosexuelle Familie ist eine Patchworkfamilie. Tatsache ist aber, dass 85 Prozent der Kinder in Deutschland in ganz normalen Familien leben. Aber unseren Kindern soll genau das Gegenteil beigebracht werden. Dann wird auch gesagt, dass alle Männer nicht nur heterosexuell oder schwul sind, sondern alle seien obendrein latent schwul. Ist das ein Behinderter, der im Ministerium sitzt und so was genehmigt?
"Ich toleriere, dass die Mehrheit der Menschen in diesem Land hässlich gekleidet ist, auch wenn ich es scheiße finde."
Nichts gegen Behinderte!
Ich meine behindert im Sinne von beschädigt im Kopf! Es gibt in Deutschland 16 Millionen Kinder unter 16 Jahren, davon leben Tausend in schwulen Haushalten. Fünfhundert davon sind Adoptionen, nachdem der Bruder oder die Schwester des schwulen Elternteils starb.
Die Zahl mag niedrig sein, aber das spricht doch nicht dagegen, es zu tolerieren.
Das ist doch eine reine Ideologie, es geht gar nicht um die Wirklichkeit, sondern um die ideologische Vielfaltsscheiße. Das spielt sich in einer irrealen Welt ab, der Anteil der schwulen Familien ist weniger als marginal, aber sie werden uns immer wieder als normal eingehämmert. So was muss ich aber nicht akzeptieren! Ich toleriere auch, dass die Mehrheit der Menschen in diesem Land hässlich gekleidet ist, auch wenn ich es scheiße finde.
Die Mehrheit ist hässlich gekleidet?
Ja! Die achten nicht auf ihr Äußeres, die haben keinen Geschmack.
Nicht mal die jungen Frauen?
Die schon, zum Glück bewege ich mich ja vor allem in diesen Kreisen.
Sie haben geschrieben, dass man heute in Kneipen nicht rauchen darf, aber wenn man die Ergebnisse einer süßen Nacht abtreibt, applaudiert die versiffte Linksjournaille.
Ich gebe Ihnen mal einen Tipp: Suchen sie auf YouTube die Aufnahme, in der die Abgeordneten von SPD und Grünen nach der Bundestagsentscheidung zum Abtreibungsparagraphen in hysterischen Jubel ausbrechen. Da geht es darum Kinder zu töten. Beim Thema Abtreibung waren die außer sich vor Freude.
Sie werden polemisch. Bei der Fristenregelung wird ja nicht davon ausgegangen, dass man ein Kind tötet, sondern einen Fötus in einem frühen Entwicklungsstadium abtreibt.
Der Fötus hat Arme, Beine, Kopf, ein Herz, Lippen, Augen, Nase. Das ist doch kein Zellklumpen, der mal eben weggemacht wird.
Das ist letztlich eine Definitionsfrage.
Das sind für mich Kinder. Oder haben die wissenschaftlich herausgefunden, wann menschliches Leben beginnt?
Wissen Sie es denn?
Was ist denn nach drei Monaten und zwei Tagen, ist das dann urplötzlich ein Mensch?
"Es ist schon ein starkes Stück, dass ein Abbild eines Menschen umgebracht werden darf! Das ist ein kleiner Völkermord, der da täglich geschieht."
Man könnte auch sagen, menschliches Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle.
So weit würde ich ja nicht gehen, aber wenn man Glieder sieht, Augen, Hände, ein Herz, da sehen Sie einen Menschen!
Und wenn es keine Augen hat und keine Hände?
Ich würde es am Herzen festmachen.
Und was ist es dann, bevor das Herz zu schlagen beginnt?
Weiß ich nicht, aber es ist schon ein starkes Stück, dass ein Abbild eines Menschen umgebracht werden darf! Das ist scheiße, das ist ein kleiner Völkermord, der da täglich geschieht. Sie drängen mich jetzt in die Ecke der Haarspalterei. In Deutschland braucht keine Mutter die Sorge zu haben, dass sie ihr Kind nicht ernähren kann. Der Staat scheißt Mütter mit Geld zu.
Wieso treiben Frauen dann ab?
Das sind alles Luxusabtreibungen! Eine Studentin, die einen Professor liebt und die abtreibt, weil der Professor verheiratet ist oder weil es einfach nicht ins Lebenskonzept passt, weil man ja gerade lieber eine Doppelhaushälfte baut, als ein Kind zu bekommen.
Die Frauenbewegung ist wahrscheinlich auch nicht Ihr Ding.
Da sage ich Ihnen was. Stellen Sie sich eine Männerbewegung vor, die ihre Interessen durchsetzt und der Kopf der Bewegung wäre ein Schwuler namens Adolf Schwarzer. Die ganze feministische Bewegung ist ursprünglich eine lesbische Bewegung. Die reden nicht für die heterosexuellen Frauen. Alice Schwarzer hat gesagt, dass jede Art der Penetration durch den Penis eine Art der Vergewaltigung ist. Da hat man auch noch Bravo gesagt, denn der Mann an sich ist ja ein Schwein!
Wieso wurde Ihrer Meinung nach diese Einstellung so hingenommen?
Ich habe dem mein Leben lang widersprochen. Ich habe fast mein ganzes Leben lang gevögelt und die Frauen haben es nicht als Vergewaltigung empfunden, sondern als eine Freude. Das ist doch absurd, dass diese irren Lesben ganze Gesetze ändern. Die Vergewaltigung in der Ehe zum Beispiel, was ja paradox an sich ist.
Wieso ist das paradox?
Wie soll man das denn belegen? Außer wenn es Verletzungen gibt. Aber da sind schon Männer dafür in den Knast gekommen, weil eine Frau nach zwei Jahren gesagt hat, er hat mich in der Ehe vergewaltigt.
Aber wenn es nicht strafbar wäre, hätten die Männer doch eine Art Freibrief, gegen den Willen ihrer Ehefrauen sexuell mit ihnen zu machen, was ihnen gerade in den Sinn kommt.
Die haben Ihr Hirn auch schon verdreht! Die Ehe ist ein Freibrief für die sexuelle Verfügbarkeit über den anderen und wenn das nicht klappt, muss man sich trennen.
Verfügbarkeit ja, aber doch nicht gegen den Willen des Ehepartners.
Das ist doch klar, das sind doch Selbstverständlichkeiten.
Aber wenn man Ihrer Logik folgt, dann würde es ja in keiner Ehe jemals zu sexueller Gewalt kommen.
Sie möchten eine Welt haben, in der alles in Paragraphen gegossen ist. Wenn man zusammen sein will, dann auch sexuell, und wenn man keinen Sex mehr mit dem anderen will, wenn es einen ankotzt, dann ist es eben vorbei. Gewalt ist immer Mist, aber es wird alles aufgeblasen, dass Männer immer Schweine sind und die Frauen unterdrücken. Das wird zu einem Massenphänomen hoch gepusht. Wissen Sie, wann das alles anfing?
Wann denn?
Als die 68er gemerkt haben, dass ihr kommunistischer Quatsch bei der Bevölkerung nicht ankommt. Dann haben sie sich überlegt, wie man den kommunistischen Quatsch irgendwie trotzdem umsetzen kann. Dann stand der Wald plötzlich kurz vor dem Tod, alle Männer waren auf einmal potenzielle Vergewaltiger und Schläger. Dann kam der Marsch durch die Institutionen und dann kamen die Grünen, die haben ja nur gelogen!
em>"Alice Schwarzer hat immer nur ein Interesse gehabt: sich selbst. Sie hat viel Quatsch über Frauen erzählt, damit viel Geld verdient und es in die Schweiz gebracht. Aber was hatten wir davon? Missgunst zwischen Männern und Frauen, das haben wir davon!“
Ach: Die Grünen haben nur gelogen?
Der Wald ist doch nicht gestorben! Die Atomkraftwerke sind doch nicht reihenweise explodiert! Die Botschaften der Grünen trafen auf eine übersättigte Wohlstandsgesellschaft, die sich heimlich vor ihrem Wohlstand fürchtete.
Sie werfen den Grünen auch vor, eine "Kindersexpartei" zu sein. Womit begründen Sie das?
In ihren Anfängen bis zum Ende der 80er-Jahre engagierten sich die Grünen dafür, dass Sex mit Kindern erlaubt sein muss. Dafür wurde sich später auch entschuldigt. Volker Beck von den Grünen hat sich in einem Buch für Pädophilie engagiert, später wurde das dann wieder entschärft. Die Grüne Jugend setzt sich für die Legalisierung von Inzest zwischen Eltern und erwachsenen Kindern ein, damit der Vater die eigene Tochter besteigen kann. Deswegen nenne ich die Grünen eine Kindersexpartei, und bisher hat mich deswegen keiner angezeigt.
Was verstehen Sie eigentlich unter einer linksversifften Presse?
Das sind Menschen, die immer schauen, was gerade angesagt ist, ob das Schwule sind oder Umweltverschmutzung. In dem Augenblick, in dem jemand sagt, dass der Kaiser nackt ist, so wie ich, da sehen Sie ja, was passiert! Aber das geht mir am Arsch vorbei, ich bin von denen nicht abhängig. Ich habe genug Geld, ich lebe in einer Villa, ich lade mir keine Kinderpornos runter, ich habe keine Konten in der Schweiz.
Sie hinterziehen keine Steuern?
Würde ich gerne, aber dann komme ich in den Knast und da gibt es keine jungen Frauen.
Immer wieder die Frauen.
Nehmen Sie nur mal den Islam. Das ist eine Sekte, die sich zu 90 Prozent mit den Muschis der Frauen befasst. Es geht nur darum, wer wann wen vögeln darf. Der selbstbestimmte Sex der Frau soll unterbunden werden.
Apropos selbstbestimmter Sex der Frau: Sie sagen auch, dass Ausländer uns die Frauen wegnehmen.
Ja, natürlich. 85 Prozent der Ausländer, die nach Deutschland kommen, sind Männer. Die Moslems zum Beispiel rücken ihre eigenen Frauen ja nicht raus. Sprechen Sie doch mal eine Frau mit Kopftuch an, das würden Sie sicher nicht tun! Das ist doch kein rechtsradikaler Wahn von mir. Die jungen ausländischen Männer wollen Sex, das ist ihnen nicht vorzuwerfen.
Asyl also nur für attraktive Frauen?
Sie machen das jetzt lächerlich, aber das ist nicht lächerlich. Dieses Mann-Frau Ding, das ist kein Spaß, wirklich nicht! Das bestimmt das ganze Leben. Das ist nicht auf einem Herrenwitzniveau abzuhandeln. Wie viele Asylanten sind denn wirklich politisch verfolgt?
Dann müssen Sie den Zuzug männlicher Ausländer regulieren.
Man muss die Zuwanderung regulieren und die Zahl der Asylanten an strenge Quoten binden.
Würden Sie neben einer Moschee leben wollen?
Nein, der Gesang eines Muezzins ist penetrant. Man kann das auch nicht mit Kirchenglocken gleichsetzen, das hier ist ein traditionell christliches Land. Aber das sagt man nicht, damit man sich nicht den Vorwurf des Rechtsradikalismus einhandelt.
Neben einem Bordell?
Kommt auf das Bordell an. Wenn Not herrscht: ja.
Halten Sie deutsche Männer für Memmen?
Ja, zum Teil schon. Memmen sind Männer, die von ihrer Männlichkeit keine Vorstellung haben. Ein Mann ist man nicht, wenn man Gürtelschnallen mit einem Totenkopf drauf trägt, oder wenn man ständig wechselnde Frauen besteigt. Ein Mann ist man, wenn man Verantwortung trägt. Eine Memme regt sich auch gar nicht auf, wenn sich die Frau von ihr trennt. Ein richtiger Mann macht da einen riesigen Rabbatz, das ist kein Spiel in der Puppenküche!
"Viele Sachen im Leben sind herzlos. Einige Menschen werden hässlich geboren, das ist von der Natur auch sehr herzlos."
Sie wurden ja kürzlich auch von Ihrer Frau verlassen, hat Ihr Rabbatz da was genützt?
Gar nix! Aber es gibt ja noch das junge Gemüse.
Sie haben im Zusammenhang mit Alleinerziehenden und Ungelernten von wirtschaftlichen Restposten gesprochen. Das klingt menschenverachtend.
Nein. Es gibt da ja dieses Madonnenbild der Alleinerziehenden. Der böse Mann verlässt die Frau und lässt sie allein mit den Kindern zurück. Meistens verlassen die Frauen den Mann.
Alleinerziehend sind sie trotzdem.
Aber dann müssen sie auch alleine die Verantwortung dafür tragen und nicht der Staat, der diese Mütter alimentiert.
Wer soll sie denn sonst alimentieren?
Weiß ich nicht, der Weihnachtsmann vielleicht.
Dann sollen die Frauen also einfach bei ihren Männern bleiben und froh sein, wenn die sie in Abhängigkeit halten?
Das will ich nicht, nein.
Sie haben auch gesagt: Selbstverwirklichung beim Weibe funktioniert nicht.
Weil es so ist. Da ist das Programm anders, die Frau kann nicht so wie ein Mann leben, sie muss Kinder bekommen. Die Schwangerschaft ist kein Witz.
Man kann sich auch ohne Kinder verwirklichen, so wie ihr Hassobjekt Alice Schwarzer.
Davon hat die Gesellschaft aber nichts. Alice Schwarzer hat immer nur ein Interesse gehabt: sich selbst. Sie hat viel Quatsch über Frauen erzählt, damit viel Geld verdient und uns verschwiegen, dass sie das Geld in die Schweiz gebracht hat. Sie hat sich verwirklicht, okay, wunderbar; aber was hatten wir davon? Missgunst zwischen Männern und Frauen, das haben wir davon!
Ungelernte bezeichnen Sie auch als Restposten, was haben Sie eigentlich gelernt?
Gar nix. Ich habe nur einen Hauptschulabschluss und kann Bücher schreiben.
Wenn Sie nicht den Erfolg mit Ihren Büchern gehabt hätten, wären Sie also auch ein Restposten.
Ach so, jetzt wird spekuliert! Der Ist-Zustand eines Menschen beweist gar nichts. Stellen Sie sich vor, ich wäre nicht mit Büchern erfolgreich geworden, sondern als Astronaut, und man hätte für mich eine Rakete gebaut und ich wäre damit auf den Mars geflogen. Was beweist das jetzt?
Dass Sie Fantasie haben. Aber wenn Sie einen Menschen als Restposten bezeichnen, dann ist das menschenverachtend. Dabei müssten Sie doch wissen, wie schnell man zum Restposten werden kann.
Das ist doch politisch korrekte Scheiße.
Ist das nicht herzlos?
Das mag sein, aber viele Sachen im Leben sind herzlos. Einige Menschen werden hässlich geboren, das ist von der Natur auch sehr herzlos.
Aber Sie sind ein Mensch, sie könnten auch sagen: Ihr Restposten tut mir leid.
Das Leben ist ungerecht. Ich hätte auch gerne immer 21-jährige Kunststudentinnen, aber die kriege ich nicht, die denken, ich bin ein alter Mann. Ich bin auch nicht so gutaussehend, ich bin klein.
Wie groß sind Sie?
1,72 Meter.
Was wäre, wenn Sie mit ihren Büchern keinen Erfolg gehabt hätten und man würde zu Ihnen sagen: Du kleiner Restposten!
Ja und? Das wäre mir egal. Soll ich daran zerbrechen, oder was?
Könnte ja sein, dass sie wütend oder verletzt wären.
Dann wäre ich halt wütend oder verletzt. Ooooh, ich bin verletzt, das wäre ja ganz schlimm! Vielleicht hätte mich das auch aus der Bahn geworfen und ich hätte jemanden umgebracht.
Spielen Sie gern den Macho?
Nein, ein Macho ist für mich ein Dummkopf. Was ist denn ein Macho? Einer, der Frauen hinterher pfeift, anzügliche Bemerkungen macht, Frauen nicht auf Augenhöhe begegnet, das bin ich nicht.
Ein Softie sind Sie aber auch nicht gerade.
(genervt) Nein, das bin ich nicht, warum muss ich denn Macho oder Softie sein?
Sagt ja keiner, Sie könnten ja auch ein Schöngeist sein.
Ich bin ja auch ein Schöngeist!
Oder ein Intellektueller.
Ich bin auch intellektuell.
"Frauen waren für mich immer Engel, als Jugendlicher konnte ich mir nicht vorstellen, dass Frauen essen oder scheißen. Das relativiert sich dann mit dem Alter.“
Wer ist arroganter: Die Intellektuellen oder die Schönen?
Weiß ich nicht genau, es gibt ja auch tolle Intellektuelle. Und wer schön ist, muss ja nicht doof sein. Sie sagen ja durch die Blume, dass das nicht gleichzeitig in einem Menschen drin sein kann. Ich bin zudem auch Melancholiker, mag aber auch Actionfilme, in denen Leute sich die Köpfe einschlagen. Ich schau mir auch gerne Boxkämpfe an, deswegen muss ich ja nicht wie ein Rüpel auftreten. Ich kann auch ein Liebesgedicht schreiben.
Wann haben Sie denn Ihr letztes Liebesgedicht geschrieben?
Ich glaube vor zwei Wochen, ich habe nämlich eine Frau kennengelernt.
Wollen Sie das Gedicht vorlesen?
Ja, warten Sie eine Sekunde. (Pause). So, ich lese es Ihnen vor:
Ich will dich
Alex
das Universum
die Galaxien
die Sterne
und Planeten
die Erde
der Sauerstoff um sie herum
und das Wasser darin
wurden nur wegen dir erschaffen
damit irgendwann
das Spermium deines Vaters
das Ei deiner Mutter traf
du zum Leben kamst
und das Leben in dich
Es war ein großer Plan
und ein geheimer
Vielleicht wollte es Gott so
Vielleicht auch die gottlose Physik
die ich nicht verstehe
nur eins verstehe
nur du, nur du, nur du allein
Deine Haare leuchten nicht
sie glühen
kupferglühend
in der Sonne
wie auch nachts
Du lächelst nicht
du magnetisierst
du hast keine Augen
sondern zwei braune Speere
immer gerichtet
auf mein armes Herz
unsere Körper brauchen sich
nicht aneinander zu gewöhnen
sie kennen sich schon
seit Urzeiten
wie kommst du mir vor?
Wie ein Wunder kommst du mir vor
Wie der Rausch
kurz vor dem Absturz
da, wenn es am schönsten ist
ich will dich
ich kann nicht ohne dich
ich mag nicht ohne dich
eher will ich nicht ich sein
noch ein anderer
ich will Lust sein
ohne dich
Ich will ein nichts sein
nein, ohne dich nicht einmal nichts
komm zu mir, nimm meine Hand
und leg dich zu mir
du weißt, wir sind nur eine kurze Zeit hier
quasi auf Besuch
dann kommt die letzte Reise
und ab geht’s
in die Tiefen des Universums
aber wir können Spuren hinterlassen hier
Du und ich
schöne Spuren
süße Spuren
auf meiner steht
Ich liebe dich.
Sehen Sie: Ich kann auch anders!
Wie kam das Gedicht bei der Dame an?
Darüber schweigt der Gentleman.
Das heißt wahrscheinlich...
Spekulieren Sie nicht soviel herum!
Sie schreiben Gedichte und schimpfen gleichzeitig auf, wie sie es nennen, Geschwätzmänner.
Ja, die tragen ja auch nichts zum Wohlstand bei, diese universitären Geschwätzmänner.
Ihr Liebesgedicht trägt auch nichts zum Wohlstand bei.
Ich lasse mich dafür aber auch nicht vom Staat alimentieren. Ich kann nackt auf dem Kopf stehen und Samba dabei tanzen. Solange ich niemanden damit schädige, kann ich das. Ich gehe ja nicht hin und sage: Ich bin jetzt Gender-Professor.
Sind Sie oft wütend?
Gar nicht, ich bin entspannt, ich habe jetzt mit meinem Buch in einem Monat 400.000 Euro verdient.
Sind Sie oft schüchtern?
War ich mal, bin ich aber nicht mehr, seit ich älter bin.
Seit wann?
Seit ich 45 bin.
Wie kam es dazu?
Frauen waren für mich immer Engel, als Jugendlicher konnte ich mir nicht vorstellen, dass Frauen essen oder scheißen. Das konnte ich mir nicht vorstellen, die waren auf einem so hohen Podest. Das relativiert sich dann mit dem Alter, man bekommt Lebenserfahrung und sieht in der Frau erst mal den Menschen.
Wirklich?
Ja, das klingt vielleicht unglaubwürdig, aber das ist so. Insofern bin ich nicht schüchtern, aber ich würde nicht auf der Straße eine Frau ansprechen und fragen, ob sie mit mir einen Kaffee trinken will. Da achte ich schon auf Anstandsregeln.
Ja?
Ja.
(me)
Bio: Der deutsch-türkische Schriftsteller Akif Pirinçci (geb. 1959 in Istanbul) wanderte 1969 mit seinen Eltern nach Deutschland in die Eifel aus. Sein erstes Buch "Tränen sind immer das Ende" erschien 1980, 1989 wurde er über Nacht mit seinem Katzenkrimi "Felidae" bekannt. Seitdem folgten weitere Werke wie "Der Rumpf", "Francis", "Cave Canem", "Yin" oder "Die Damalstür". In den letzten Jahren fiel er zunehmend als radikaler gesellschaftspolitischer Kommentator auf; seine Beobachtungen sammelte er in dem Buch "Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer", das 2014 erschien und von polemischer Ausdrucksweise geprägt ist, der man in den Medien populistische und politisch äußerst unkorrekte Auslegungen attestierte. Pirinçci lebt in Bonn und hat einen Sohn.
Foto: Verlag






