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Klare Verhältnisse? Können Sie haben!
Die Stühle im Großen Haus bleiben für lange Zeit leer - der Streit geht weiter...
Ein Friedensangebot sieht anders aus: Die "Initiative Kulturelle Stadtentwicklung" (IKSA), die zurzeit um Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die geplante Theatersanierung wirbt, hat in einer Stellungnahme die Unterschriftensammlung pro Theatersanierung kritisiert.
"Dass sich unter den regelmäßigen Theaterbesuchern im Großraum Augsburg mit über 500.000 Einwohnern innerhalb von sechs Monaten 12.000 Personen finden, die die Forderung nach einer 'zügigen baulichen Modernisierung des Theaters' unterschreiben, vor allem wenn sie bei jeder Aufführung und jedem Konzert dazu genötigt werden: welche Überraschung!", schreibt die Initiative.
Nach der letzten Aufführung im Großen Haus am Sonntag hatten Sanierungsbefürworter Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl die 12.000 Unterschriften übergeben, die von der Stadt als "starkes Signal" gewertet wurden, rechtlich allerdings keinerlei Bedeutung haben.
Die IKSA kritisiert, dass die Hälfte der Theaterbesucher gar nicht in Augsburg wohnen und sich dementsprechend auch nicht an den Kosten beteiligen würde. "Es wäre sinnvoller gewesen, wenn die bedingungslosen Unterstützer einer Theatersanierung um jeden Preis, die jenseits der Stadtgrenzen wohnen, Anträge und Bittschriften an ihre jeweiligen Kreis- und Gemeinderäte verfasst hätten, die Sanierung und den Unterhalt des Theaters angemessen mitzufinanzieren."
Kurt Gribl hatte Anfang der Woche noch einmal an die Sanierungskritiker appelliert und ein Ende der "Anti-Haltung" gefordert: "Es ist Zeit für klare Verhältnisse. Eine zeitliche Hängepartie schadet dem geplanten Vorhaben und damit in erster Linie dem Theater selbst", so das Stadtoberhaupt in einer Pressemitteilung.
Die IKSA sieht die klaren Verhältnisse wohl eher in einer klaren Frontlinie. Dem OB wirft die Gruppe mangelnde Unparteilichkeit vor, weil er auf einem Foto "mit dem Lätzchen 'The Ja ter' auf der Brust" neben dem Initiator der Pro-Unterschriftensammlung zu sehen sei. Ein abstruses Argument, das in Sachen Tischtuch nicht gerade Reißverschlussfunktion übernehmen dürfte. Über den eigenen Stand bei der Unterschriftensammlung bleibt die IKSA vage. (flo)
Foto: Christian Menkel






