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Kultur

Modular jedes Jahr!

Viele Highlights, große kleine Momente und unzählige Beteiligte - besser kann man ein Festival kaum machen...

Wie es sich für ein gutes Festival gehört, hatte das Modular 2015 neben den großen Highlights zahlreiche kleine große Momente. Das ging schon mit dem Appell des Augsburger Singersongwriters Benni Benson beim Eröffnungsabend los, Stichwort "Modular jedes Jahr". Eine Forderung, wie sie an den beiden Folgetagen immer wieder von den Bühnen und unter den Gästen laut wurde.

Schön war zum Beispiel aber auch, wie sich der umstrittene Stargast, der Rapper Haftbefehl, nach seinem Auftritt am Freitagabend auf der Bühne im kleinen Saal als Animator versuchte. Kaum jemand beachtete den etwas ungelenken Sonnenbrillenträger mit seiner plumpen Gestik und den muskulösen "Begleitern", nach rund zehn Minuten war er dann auch schon wieder runter von der Bühne und die diesjährigen Roy-Preisträger in der Kategorie "Künstler des Jahres" konnten loslegen. Und wenn man ehrlich ist: Den beiden Jungs von Blindspot kann "Hafti" nicht mal den Strohhalm fürs Wasser reichen.

Das Schöne am Modular ist ja sowieso, dass die meisten Highlights hausgemacht sind. Das beginnt bereits beim Veranstalter, dem es immer besser gelingt, den Teilnehmerkreis auszubauen: Neben dem Team des Augsburger Stadtjugendrings haben zahlreiche Vereine, Gruppen, Klubs und Privatleute vollen Einsatz gezeigt, von der großartigen Gestaltung des Festivalgeländes mit Bazar, Chill-Zone und Skaterrampe bis zu den Workshops, Diskussionsrunden, Kinderprogramm, Kleidertauschparty etc. und natürlich den hunderten jungen "Volunteers", die selbst beim größten Andrang erstaunlich ruhig blieben.

Dazu kommen die vielen Augsburger Bands und Künstler, angefangen von einer denkwürdigen Ausgabe des Projekts "Puppet On A String" bis zu den Auftritten auf der großen Bühne: Errdeka, Adulescens, We Destroy Disco, Oli Gottwald standen den nationalen und internationalen Acts in nichts nach, was tausende Zuschauer ebenso goutierten wie sie die großen Namen abfeierten. Und mit der Seebühne sowie der DJ-Area hat das Modular zwei famose Ergänzungen bekommen, an denen selbstredend ebenfalls viele heimische Künstler und Klubs beteiligt waren.

Manche Vorzüge haben freilich ihre Schattenseiten, so führte wohl nicht zuletzt die deutlich verbesserte Getränkeversorgung dazu, dass den weiblichen Besuchern auf ihrem Gang zur Toilette viel Geduld abverlangt wurde. Doch hier beeindruckte die Entspanntheit der Gäste ebenso wie in den Schlangen an den Essensständen zur "Rush Hour", ein Phänomen, das sich beim gewitterbedingten Konzertabbruch am Samstagabend noch deutlicher zeigte.

Sehr schade also, dass sich abgesehen von einer Führung für Stadtratsmitglieder nicht allzu viele Verantwortungsträger blicken ließen. Die hätten sich u.a. von auswärtigen Gästen anhören können, wie sehr man sich ein solches, von öffentlicher Seite organisiertes Festival auch in anderen Städten wünschen würde.

Um es kurz zu machen: Modular jedes Jahr! (flo)

Fotos: Christian Menkel

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