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Professionell und sympathisch
Bei einem Jubiläum sind ein paar Zahlen natürlich erlaubt: In den 20 Jahren seit Eröffnung der Stadthalle Gersthofen haben rund 3500 Veranstaltungen stattgefunden, das Stadthallenteam erwartet im Herbst den 1,5millionsten Besucher.
Und nicht nur das, Gersthofens Kulturreferent Helmut Gieber absolvierte am Freitag seine 41. halbjährliche Spielzeitpressekonferenz. Der joviale Stadthallenchef ist von Anfang an dabei, erlebt zurzeit seinen dritten Bürgermeister und ist zu Recht stolz auf das Erreichte: "20 Jahre erfolgreich zu sein in so einem hart umkämpften Markt, ist nicht selbstverständlich." Das Erfolgsrezept sei einerseits das, von Gieber verantwortete, Programm "ohne Einmischung der Politik" und die "professionelle und sympathische Mannschaft", so Gieber, der von seinem aktuellen Team als dem besten sprach, mit dem er je zusammengearbeitet hat - der Mann ist seit 27 Jahren im Geschäft. Natürlich kann so jemand auch Anekdoten erzählen, von einer Geburt in der Toilette der Stadthalle oder wie ein ortsansässiger Schneider den Auftritt des Chinesischen Staatszirkus gerettet hat. "Vielleicht schreib ich später darüber mal ein Buch."
Das dürfte allerdings noch etwas dauern, amtsmüde fühlt sich Gieber auf keinen Fall, die Stadthalle boomt weiter mit über 200 Belegungen im Jahr (inklusive Tagungen, Vorträgen etc.), allein für 70 Kulturevents zeichnet man selbst als Veranstalter verantwortlich. Noch dazu leistet sich die Stadthalle ein eigenes Ticketsystem und ist nun auch mit einer neuen Homepage "im 21. Jahrhundert angekommen", wie Sebastian Kochs, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, betonte.
Das große Jubiläumswochenende von 10. bis 12. Oktober ist derweil nahezu ausgebucht, die zwei Gastspiele von Gerhard Polt und den Well-Brüdern sowieso, für das Jubiläumskonzert der Stadtkapelle am Samstag, 10.10., gibt es noch (kostenlose) Einlasskarten.
Restkarten gibt es auch noch für die Bayerische Kammerphilharmonie mit Sophia Brommer am 16.10., die Blasmusik der Münchener Philharmoniker (08.11.) und das Herbert Pixner Projekt (12.11.), Haindling am 29.10. wiederum ist ausverkauft. Die Fotoausstellung zum Jubiläum mit Bildern von Werner G. Lengenfelder unter dem Motto "Never too old to Rock'n'Roll" beginnt am 03.10. im Ballonmuseum.
Das weitere Programm ist die bewährte Mischung aus Konzerten von Pop bis Klassik, Kabarett und Comedy, Sprech- und Musiktheater sowie Tanz und Show. Und wie immer geben sich zahlreiche Stars die Klinke in die Hand, von Hardy Krüger Jr. über Lisa Fitz bis Martina Schwarzmann und Hagen Rether.
Also alles in bester Ordnung, wenn da nicht die Attacken auf die "Alltagsmenschen" wären. Seit Mitte Juli sind fünf der 22 im Stadtgebiet verteilten Figuren zerstört oder beschädigt worden, drei konnten nicht mehr instandgesetzt werden. Die Täter sind nach wie vor nicht ermittelt.
"Ich weiß nicht, was Leute antriebt, die so etwas machen", so Gieber, "aber wir werden bis zum geplanten Ende der Ausstellung am 11. Oktober durchhalten." Der Kulturreferent sieht die "Alltagsmenschen" auch als Sinnbild seiner Programmphilosophie: "Wir machen Kultur für jedermann, für Alltagsmenschen, das ist ja nichts Negatives." (flo)
Das Stadthallenteam v.l.: Sebastian Kochs, Helmut Gieber, Silke Keppeler, Haldis Weng, Doris Holland, Anette Voß (Archivfoto: Harald Sianos)






