Staatstheater Augsburg - »Das Ende der Schöpfung«

»Das Ende der Schöpfung« - Szenisches Oratorium von Joseph Haydn & Bernhard Lang

André Bückers Inszenierung »Das Ende der Schöpfung« widmet sich der menschengemachten Apokalypse im Rahmen eines szenischen Oratoriums mit einer spartenübergreifenden Besetzung aus Sänger:innen, Tänzer:innen und Schauspieler:innen. Wir haben mit dem Staatsintendanten über seine aktuellste Produktion gesprochen, die gestern ihre Premiere im Theater im martini-Park gefeiert hat. Von Markus Krapf

André, mit deiner Inszenierung von »Das Ende der Schöpfung« erlebt das Publikum eine richtig große Produktion.
Ja, so ist es. Außer der digitalen werden sämtliche Sparten unseres Hauses direkt künstlerisch involviert sein und nachdem es später auch noch einen Stream geben wird, binden wir eigentlich auch die Digitalsparte mit ein.

Das Oratorium »Die Schöpfung« von Joseph Haydn ist zentraler musikalischer Bestandteil, darüber hinaus habt ihr euch allerdings ziemlich ausgetobt.
Das haben wir. Es wird eine neue Komposition von Bernhard Lang geben, einem der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. Sie ersetzt den dritten Teil von Haydns Original-»Schöpfung«. Darüber hinaus haben wir die Rezitative gestrichen, stattdessen wird es Schauspielszenen geben. Das sind die größten strukturellen Änderungen, weshalb die Produktion mit »Das Ende der Schöpfung« dann auch einen neuen Titel bekommen hat und nicht nur »Die Schöpfung« heißt. Dieser neue Titel ist inhaltlich begründet, weist aber auch auf die musikalische Werksstruktur hin.

Diese neuen, die Rezitative ersetzenden Schauspielszenen stammen aus der Feder des Autors Dietmar Dath, mit dem du nicht zum ersten Mal kooperierst.
Ich kenne Dietmar Dath tatsächlich schon lange. Er ist ein meisterhafter Um-die-Ecke-Denker und wenn man sich stärker mit ihm beschäftigt, bemerkt man schnell seinen riesigen Gedankenkosmos. Ich kenne keinen Autor, der so ungewöhnlich gut darin ist, Inhalte und Stile verknüpfen und ernste Themen vermeintlich leicht darstellen zu können.

Gab es mit dem österreichischen Komponisten Bernhard Lang zuvor ebenfalls schon eine Kollaboration?
Nein, ich kannte nur seine Werke und habe auch einiges schon auf der Bühne gesehen. Jetzt hatten wir unsere erste persönliche Begegnung und haben uns auf Anhieb bestens verstanden.

Neben diesen beiden hast du auch den Augsburger Musiker Jürgen Branz für »Das Ende der Schöpfung« gewinnen können.
Mit Jürgen Branz habe ich zum ersten Mal ebenfalls im Kontext von Dietmar Dath zusammengearbeitet. Er war vor drei Jahren bei »Die nötige Folter« in der brechtbühne Teil der Augsburger Kreativagentur Heimspiel, mit der wir immer wieder zusammenarbeiten. So haben wir uns kennengelernt und den Kontakt nicht mehr verloren. Mich hat es immer interessiert, was er gerade für Sounds baut und bei dieser Produktion war mir klar, dass Jürgen genau der Richtige ist.

Du bindest überhaupt häufig Künstler:innen aus der Freien Augsburger Szene in Staatstheater-Produktionen ein.
Das ist tatsächlich eines meiner Prinzipien. Es gibt in Augsburg aber auch einen riesigen Pool an Kreativen aus den verschiedensten Genres und Sparten und es macht super Spaß, mit diesen Augsburger Künstler:innen zusammenzuarbeiten.

Passend zum Thema dieser Produktion wird es im Mai einen großen Klimakongress geben.
Genau, wir arbeiten gerade an einem großen Klimakongress, der auch immer größer wird. »endlich. Das Augsburger Klimafestival« wird vom 19. bis zum 22.05. unter der Schirmherrschaft von Claudia Roth in Augsburg stattfinden. Richtig viele deutsche Theater werden in diesem Rahmen aus 30 Städten einen Sternenlauf zum Thema Nachhaltigkeit nach Augsburg machen und wir haben großartige Gäste. Das Staatstheater Augsburg wird das Zentrum des Themas Kultur und Nachhaltigkeit sein und damit auch deutschlandweit zu einer Marke werden. (max)

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