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Viele Köche in der Mühle
Wird die Kresslesmühle ein Haus ohne Hüter bzw. mit (zu) vielen? Einer Pressemitteilung der Stadt zufolge übernimmt das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt nach 17 Jahren die Leitung des Begegnungszentrums in der Altstadt, das den meisten Augsburgern vor allem als Veranstaltungsort für Kabarett bekannt ist. Die bisher zuständige gGmbH wird demnach liquidiert.
Die Ausschreibung der Gastronomie hat die Ideenwerkstadt Augsburg (Kulturküche) gewonnen, die Kindertagesstätte Kolibri wird von der Stadt nicht weitergeführt, laut der stellvertretenden Grünen-Fraktionsvorsitzenden Stephanie Schuhknecht ein Versäumnis der bisherigen Betreiber: "Die Mühle-GmbH hat leider nicht nach einem neuen Träger gesucht. Die Stadt kann daher aus Gründen der Subsidiarität nicht einfach die Trägerschaft übernehmen."
Für eine gewisse Verwirrung sorgt die Neuaufteilung der Mühle zwischen zwei Referaten: Die Sparte Kabarett soll "in die Zuständigkeit des Referats Kultur" gehen. "Dort hat man sich dem Bereich angenommen und ein neues Format entworfen, welches zum Jahreswechsel startet", so die Pressemitteilung. Der Bereich Interkultur hingegen geht an das Referat für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration, um sicherzustellen, "dass in der Innenstadt ein interkultureller Treffpunkt bleibt".
"Ich freue mich darauf, mit allen Akteurinnen und Akteuren, in der nächsten Zeit, ein Nutzungs- und Betriebskonzept zu erarbeiten, das dem Geist der Mühle treu bleibt und auf die Fragestellungen der heutigen Zeit Antworten findet und neue Impulse setzt", schreibt Margret Spohn, Leiterin des Büros für Migration, Interkultur und Vielfalt, die für eine Rückfrage leider nicht erreichbar war.
Ob Spohn es schafft, der Mühle ein Gesicht zu geben? Und das Kulturreferat als Kleinkunstveranstalter? Zumindest für den Kabarettbetrieb sind persönlicher Kontakt und gute Künstlerbetreuung essentiell, also Aufgaben, die für gewöhnlich eher nicht um sechs Uhr abends erledigt sind, sondern genaugenommen dann erst losgehen. In ruhigem Fahrwasser ist das altehrwürdige Haus am Lechkanal wohl noch lange nicht... (flo)
Foto: Christian Menkel






