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"Welches Theater und zu welchem Preis?"
"Sind Sie dafür, dass die Stadt Augsburg die Sanierung des Theaters trotz angespannter Haushaltslage über Neuverschuldung finanziert?", so lautet die Fragestellung des am heutigen Freitag gestarteten Bürgerbegehrens zur Theatersanierung.
Womit sich auch eine neue Abkürzung in Augsburg findet: Die IKSA – Initiative kulturelle Stadtentwicklung Augsburg ist hervorgegangen aus den Untzerzeichnern des Offenen Briefs an OB Kurt Gribl zur Theatersanierung im Mai 2015. Ihre Sprecher sind Peter Bommas (Kulturpark West), Kurt Idrizovic (Buchhandlung am Obstmarkt) und der Architekt Rudolf Reisch. Zusammen mit Franz Fischer vom Kinodreieck, dem früheren Direktor der Staats- und Stadtbibliothek, Helmut Gier, und Angelika Lippert (Freie Wähler) erläuterten die Initiatoren am Freitag ihr Vorhaben auf einer Pressekonferenz im Brechts Bistro.
Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, so Idrizovic, doch hätten die Gespräche mit den Referaten "zu nix geführt" und auch im städtischen Bürgerbeteiligungsprozess wären "entscheidende Fragen" nicht behandelt worden. "Wenn man so viel Geld ausgibt, muss man sich doch vorher fragen, welches Theater wir wollen und zu welchem Preis", erklärte Idrizovic. Eine erste Kostenschätzung der Sanierung inklusive Neubau des Werkstättenkomplexes mit Spielstätte war von rund 230 Millionen Euro ausgegangen, mittlerweile rechnet die Stadt mit 189 Millionen, der Freistatt will davon 107 übernehmen - der Rest müsste über Schulden finanziert werden.
Dass der Landeszuschuss durch das Bürgerbegehren gefährdet würde, sehen die Initiatoren nicht: "Da darf man sich nicht unter Druck setzen lassen", so Bommas. Ziel der Initiative ist ein Moratorium bei den aktuellen Sanierungsplänen und letztendlich ein "für alle Augsburger offenes, zukunftsfähiges, aber bezahlbares Theater, das neben den kulturellen auch den architektonischen Ansprüchen unserer Zeit genügt", wie es auf der Homepage heißt. Die rund 11.000 nötigen Unterschriften hoffen die "Theaterrebellen" in drei Monaten sammeln zu können. Dann wäre der Weg frei für einen Bürgerentscheid.
In einer ersten Stellungnahme der Stadt schreibt Augsburgs OB Kurt Gribl: "Ich stehe zu unserem Theater und zum Projekt der erforderlichen Generalsanierung. Mit der Förderzusage des Freistaats über 107 Millionen Euro haben wir bessere Rahmenbedingungen denn je, dieses Projekt auch zu realisieren." Ungewohnt scharf reagiert Theaterintendantin Juliane Votteler, die bei der Pressekonferenz dabei war. Sie sei "entsetzt" über die "Verquickung der Argumente" und wirft den Initiatoren "Eigeninteressen" vor. "In Wirklichkeit wollen hier nicht gewählte und autorisierte Personen die Kulturpolitik Augsburgs bestimmen", so Votteler. (flo)
Foto: Christian Menkel






