Die Kunst in Augsburg schlägt sich wacker

Das vergangene Jahr war für die Kunstsammlungen Augsburg durchaus spannend. Hart bedrängt von einem nicht vorhandenen Anwerbungsetat (bereits im dritten Jahr), Baustellen in den Museen und um die Museen herum und dem Hin und Her bei der Jahreskarte, ist es aber gelungen, den Besucherstand auf einem "sehr hohen Niveau" zu halten, so Christoph Trepesch bei der Pressekonferenz am Freitag. Konkret heißt das: Rund 275.000 Besucher im Jahr 2012, im Vorjahr waren es gut 20.000 mehr.

Andererseits hat man nicht zuletzt mit der Dürer-Austellung wieder kräftig Werbung machen können für die Fuggerstadt, aktuell befindet sich das grafische Werk des Renaissance-Genies in Wenigerode im Harz und soll später in Liberec ausgestellt werden. Unser geliebter Pferdekopf aus dem zurzeit geschlossenen Römischen Museum ist übrigens auch gerade auf Reisen.

Insgesamt 29 Projekte haben die Kunstsammlungen 2012 an den Start gebracht in ihren sieben Häusern, die von immerhin 1395 Führungen und 80 Sonderveranstaltungen, wie "Kunst und Poesie" mit Lydia Daher, begleitet wurden. Dass trotz des gespannten Haushaltslage 45 Neuzugänge verzeichnet werden konnten, ist zahlreichen Unterstützern zu verdanken, "ein beeindruckender Vertrauensbeweis", wie Christoph Emmendörfer vom Maximilianmuseum (Foto oben) sagte, der sich über Schenkungen und Dauerleihgaben im Wert von einer halben Million Euro freuen konnte.

An Veranstaltungen gespart wurde auch im Glaspalast (H2) und im Höhmannhaus nicht, elf Ausstellungen in zwölf Monaten konnten Thomas Elsen und sein Team verwirklichen. Gut angenommen wird laut Elsen auch das städtische Schaufenster des H2, die Galerie im Höhmannhaus in der Maximilianstraße, in der am Donnerstag Anja Güthoffs "Wunderkammer" eröffnete und 2013 auch die Augsburger Fotozeitschrift "Der Greif" geehrt werden soll.

Für das laufende Jahr freut man sich außerdem über den geplanten Umzug von Exponaten aus dem Römischen Museum in die Toskanische Säulenhalle im Zeughaus und natürlich die große Paul-Klee-Ausstellung mit 80 Exponaten aus aller Welt im H2 im Dezember. Im Maxmuseum wird u.a. der "Pommersche Kunstschrank" seine Türen öffnen. Eine kleine Sensation, denn das Prunkmöbel, das der Augsburger Philipp Hainhofer 1617 dem Herzog von Pommern zum Geschenk machte, steht im Berliner Kunstgewerbemuseum eigentlich auf der "Giftliste" der nie zu verleihenden Exponate, so Trepesch. An dem extrem vielseitigen und aufwendigen Schreibtisch sollen über 20 Handwerker beteiligt gewesen sein, vom Kunsttischler über Steinschneider und Goldschmied bis zum Uhrmacher und Orgelbauer. Die begleitende Ausstellung zeigt u.a. Hainhofers "Stammbuch" mit zahlreichen "Autogrammen" der Großen und Mächtigen seiner Zeit.

Fotos unten: Christoph Trepesch und Manuela Wagner, Leiterin Kunst- und Kulturvermittlung (v.l., Neue Szene); Übergabe des Pommerschen Kunstschranks an Herzog Philipp II. von Pommern-Stettin durch Philipp Hainhofer, Öl auf Kupfer, Augsburg, um 1615 (Staatliche Museen Berlin, Kunstgewerbemuseum); Paul Klee: Spiel der Kräfte einer Lechlandschaft 1917 (Galerie Rosengart, Luzern)

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