The Singer - and the song

Lab.30: 24.-27. Oktober im Abraxas

"Sehen, Hören, Selbermachen" – unter diesem Motto steht das diesjährige Augsburger Kunstlabor lab.30. Das bedeutet nun nicht, dass aus Finanzmangel die Besucher ihre Sitzgelegenheiten selbst mitbringen müssen. Das Medienkunstfestival hat vielmehr die Programmpunkte verstärkt, in denen die Besucher aktiv werden können. Und zu sehen und zu hören gibt es natürlich auch wieder reichlich in der Ausstellung, den Konzerten und Clubnächten mit Künstlern "aus Augsburg und der Welt".

Verantwortlich für das lab.30 zeichnen Elke Seidel und Barbara Friedrichs vom Kulturamt der Stadt, die ihre Ausschreibung mittlerweile an sämtliche europäischen Medienkunst-Hochschulen und die stolze Zahl von 500 Künstlern, die bereits beim lab zu sehen waren, versenden. "Die Festivalatmosphäre und der Charakter eines Treffpunktes der Szene ist uns wichtig, deshalb haben wir uns auch dagegen entschieden, das Festival zu vergrößern oder in die Stadt zu verlagern", so Seidel bei der Vorstellung des Programms am Dienstag im Abraxas. Dafür kommt die Stadt nun noch ein bisschen mehr ins Kulturhaus: Die Golden Glimmer Bar übernimmt an den drei Abenden die Gastro im Jungen Theater. Und zum ersten Mal wird das Festival auch am Sonntagnachmittag öffnen, um dem gesteigerten Interesse von Familien mit Kindern gerecht zu werden.

"Wie auch in den Vorgängerjahren spielt beim lab30 das Wechselspiel zwischen Kunstwerk und Betrachter eine wichtige Rolle", kündigte Elke Seidel an. Der Besucher ist also wieder gefragt: manchmal aktiv zu werden, manchmal ein Rätsel zu lösen - und bisweilen sollte man einfach etwas Geduld mitbringen: Mehrere Installationen werden direkt oder indirekt durch den Betrachter beeinflusst, sei es durch seine schiere Präsenz oder mittels Smartphone.

Die akustischen Festivalbeiträge versprechen 2013 einige besondere Highlights: Angefangen von der Installation des Schweizers Zimuon, der im Ballettsaal 150 DC-Motoren ein ganz eigenes Konzert geben lässt. Etwas größer sind die Apparatschaften des "Sewing Machine Orchestras" von Martin Messier aus Kanada, der acht Singer-Nähmaschinen wenn auch nicht direkt zum Singen, aber auf jeden Fall zum Klingen bringt (Foto oben). Der Franzose Pierre Bastien kramt ebenfalls in der Nostalgiekiste und gibt ein "Konzert mit Nagelvioline, Trompete und alten Filmschnipseln". Damit kann auch die Engländerin Vicki Bennett dienen, die als eine der ersten Künstlerinnen Zugang zum Film- und Tonarchiv der alten Dame BBC erhielt und nun ihre "Consequences" nach weltweiten Festivals auch in Augsburg zieht. Die Sache mit den Filmschnipseln erfreut sich offensichtlich großer Beliebtheit: Der Belgier Wim Janssen erzeugt mit einer 35mm-Filmrolle mittels 150 Umlenkrollen quasi analoge Pixel.

Weiter im Programm sind u.a. If, Bwana und Lesley Flanigan aus den USA, das "Krachkistenorchester" aus Hamburg und die Local Heroes Markus Christ und Moritz Illner mit ihrer Schallschichtschleiferei. Und wer schon immer mal wissen wollte, wie zwei Offenbacher Künstler die Fuggerstadt in Klang umsetzen, der sollte sich Club Bleu vormerken. Das Duo hat sich natürlich nicht das Perlachturm-Glockenspiel für seine Akustik-Performance ausgesucht, sondern die "Nicht-Orte" unserer schönen Stadt - und pünktlich zu Festivalbeginn erscheint ihre CD mit dem herrlichen Titel "Dark Energy – Augsburg Album".

Die Clubnächte zum jeweiligen Festivalausklang bestreiten Rhytm-Polizist Tom Simonetti alias Mycrotom am Donnerstag und Benchmark am Abend darauf. Der Samstag gehört dem Iren Mick Chillage und den Augsburgern Hanuman Tribe.

Für die Aktiven: Das Workshop-Projekt für Schulen freut sich ebenso über interessierte Zauberlehrlinge wie die Angebote für Kinder und Erwachsene während des Festivals und die Hörspaziergänge, die am Samstag und Sonntag in den Wittelsbacher Park bzw. ins Gaswerk einladen. Dieses "Geocaching für die Ohren" (Ute Legner) wird mit Unterstützung von "Mehr Musik!" realisiert. Und weil wir schon beim Suchen sind, die Koordinaten fürs Festivalprogramm sind denkbar einfach: www.lab30.de (flo)

Bilder unten: Krachkistenorchester, Lesley Flanigan, Hanuman Tribe; Foto Sewing Machine Orchestra: Annie Zielinski

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