"WertArt" - Kunst an der Wertach

Wer derzeit zwischen der Luitpoldbrücke und dem Gollwitzersteg an der Wertach entlang läuft, kann interessante Entdeckungen machen: Zu sehen gibt es beispielsweise einen weiblichen Roboter, der es sich auf einer Parkbank gemütlich gemacht hat,eine Schaukel, die aus einer abgeschnittenen Badewanne gefertigt wurde und eine Spinnennetz, in dem sich Zigarettenpackungen und anderer Plastikmüll verfangen haben. Diese Installationen sind Teil der Ausstellung „WertArt“, die sich mit ihren Werkendem Umgang des Menschen mit der Natur annehmen möchte.

Ideengeberin der Aktion ist Lisa Glocker, die sich seit Jahren für eine saubere Wertach engagiert, indem sie auf ihren Sparziergängen die Hinterlassenschaften anderer Wanderer entfernt. Dabei kam ihr die Idee, den zurückgelassenen Müll der Umweltsünder neu zu verwerten und daraus eigene Kunstwerke zu kreieren. Zusammen mit Margot Kloos, der Zuständigen für Kunst- und Kulturprojekte des Bürgerhauses Pfersee, rief sie das Kunstprojekt „WertArt“ ins Leben, das unter coronagerechten Bedingungen im Freien stattfinden sollte. Der eigentlich angedachte Eröffnungstermin im Mai konnte aufgrund des schlechten Wetters zwar nicht eingehalten werden, die Verschiebung auf den 26. September hat den Installationen jedoch keineswegs geschadet. Im Gegenteil: Die Künstler*innen hatten mehr Zeit an ihren Kreationen zu feilen und weitere Kunstschaffende schlossen sich dem Projekt an, sodass nun insgesamt 17 Kunstwerke an der Wertach begutachtet werden können.

Die Austeller*innen zeigen mit ihren Werken allerdings nicht nur, welch tolle Installationen aus vermeintlichem Abfall gefertigt werden können, sondern regen durchaus auch zum Nachdenken an. So stößt man beispielsweise am Gollwitzerstegauf eine behelfsmäßige Unterkunft aus einer Zeltplane, in der eine zusammenkauerte Person schläft. Daneben steht ein großes Stoppschild. Die Künstlerin Rosa-Lutz Teply notiert dazu: „STOPP mit dem würdelosen Umgang von Mensch und Tier, mit Drogen jeglicher Art, mit der Macht von Großkonzernen!“

Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. Oktober,an dem die beteiligten Künstler*innen ihre Schöpfungen um 14 Uhr im Rahmen einer Führung noch einmal präsentieren. Dann findet auch die eigentlich für den Eröffnungstag geplante Mitmachaktion von Monika Wex statt, an der jeder Besucher, der Lust und Laune hat, selbst zum Künstler werden kann. Im Flussbett der Wertach soll ein großes Herz aus farbigen Steinen gelegt werden, die von den Besuchern selbst mitgebracht werden sollen.

(mw)

Rubrik: 

Weitere News zum Thema

tim verlängert „Amish Quilts meet Modern Art“

Verfasst von Neue Szene am 13.10.2020

Die erfolgreiche Ausstellung läuft jetzt bis ins neue Jahr ...

ARTram Wettbewerb der Stadtwerke Augsburg

Verfasst von Neue Szene am 01.10.2020

Straßenbahnen und Busse werden zur rollenden Kunst-Galerie ...

Gasius Worx Stadt Labor - Ausstellung zum Schutzpatron „Gasius“ ab 13.09.

Verfasst von Neue Szene am 10.09.2020

Drei Vereine starten „Kunst Kabinett“ im Gaswerk Augsburg ...