„Au Backe, Hundekacke!“

„Au Backe, Hundekacke!“

Andi und die Affenbande machen Rockmusik für Kinder (und Erwachsene)

Andi und die Affenbande sind die bekannteste Kinderrockband in der Region. Ihre Konzerte sind ein rasanter Mix aus Musik, Theater und Mitmachaktion. Und sie bringen Kinder- und Erwachsenenherzen gleichermaßen zum Strahlen. Walter Sianos traf Sänger und Mastermind Andi Traub zum Interview.

„Spaghettiraumschiffmusik“, das ist eine schöne Wortkreation...
(Lacht) Das sind drei Titel von unserer ersten CD. Die habe ich einfach aneinandergereiht und so ist der Albumtitel entstanden.

Wie kommt man darauf, eine Rockband für Kinder ins Leben zu rufen?
Die Idee kam mir vor circa zwölf Jahren, als meine beiden Kids in ein Alter kamen, in dem Musik eine immer größere Rolle in unserem Haushalt gespielt hat. Da ich selber gerne Rock höre und in verschiedenen Bands spiele, habe ich einfach mal etwas herumprobiert und damit angefangen, Kinderlieder zu komponieren.

Und wie kam der Stein dann richtig ins Rollen?
Direkt mit meinem ersten Kindersong „Mein kleines Raumschiff“ habe ich 2008 beim „Deutschen Kinderliederpreis“ in Nürnberg teilgenommen und bin in der Jurywertung auf Platz 3 und in der Publikumsabstimmung sogar auf Platz 2 gelandet. Die ersten drei Bands durften auf dem dazugehörigen „Geraldino Kindermusik-Festival“ auftreten, allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Band und musste also schnell handeln. Mit meinen Kollegen Fum und Stefan, die heute noch dabei sind, fand ich sofort die richtigen Mitstreiter. Das war der Startschuss für Andi und die Affenbande.

Eine glückliche Fügung also.
Kann man so sagen, so richtig mit Aufritten ging es allerdings erst 2012 los. Seitdem spielen wir regelmäßig und die Konzerte wurden Jahr für Jahr immer mehr.

Man kennt euch ja alle von verschiedenen Augsburger Bands, darüber hinaus arbeitet ihr für diverse Musikschulen. Was war letztendlich eure Motivation für die Affenbande, Spaß an der Freude oder tatsächlich ein zweites Standbein?
Die Band entstand rein aus Spaß. Aber wir haben gemerkt, dass wir gut ankommen und auch Erfolg damit haben. Und bis zur Zeit vor Corona hat sich die Affenbande wirtschaftlich dann wirklich zu einem kleinen zweiten Standbein entwickelt.

Wie geht man eine Kinderband marktstrategisch an?
Da wurde nichts am Reißbrett entworfen, ich hatte einfach Lust, Songs für Kinder zu komponieren. Aber von Anfang an war klar: Wir wollten keine reine Kindermusik machen, sondern einen Sound für Kinder und Eltern. Dafür verwenden wir Texte, die Kinder ansprechen, mit Themen aus dem Familienbereich, die sie auch verstehen. Dazu kommt Musik, die auch Erwachsene interessant finden.

Manche Songs unterscheiden sich tatsächlich kaum von „Erwachsenen-Rock“. Es sind die Texte, die sie kinderkompatibel machen.
Genau, das ist die Idee. Man kennt das ja als Eltern, wenn Kids tagelang ihre Kinderlieder hören, dann kann das schon auch mal nerven. Unsere Lieder sind so konzipiert, dass man sie zusammen hören kann.

Wie alt muss man denn sein, um bei euch mitzurocken?
Wenn man die Erwachsenen jetzt mal ausklammert, dann würde ich sagen zwischen 5 und 9 Jahre, plusminus 1.

Wenn man Corona jetzt einmal ausblendet, denke ich mir, dass für Bands dieses Genres eine große Nachfrage herrscht, da heute viele Eltern aktiv am Freizeitgeschehen ihrer Kinder teilnehmen.
Das kann man schon so sagen, die letzten zwei, drei Jahre sind für uns super gelaufen. Es wurden immer mehr Auftritte, es kam immer mehr Publikum, wir haben unseren Bekanntheitsgrad ausgebaut. Aber die Konkurrenz schläft nicht, es gibt immer mehr Musiker, die auch in diese Richtung gehen.

Es wird ja immer wieder mal behauptet, dass Kinder heute sehr verhätschelt und getätschelt werden. Wie begeisterungsfähig sind Kids von heute wirklich?
Sie sind total begeisterungsfähig! Das, was wir bieten, haben Kinder in dieser Form meist noch nicht erlebt und die Resonanz ist dementsprechend positiv. Natürlich ist jedes Kinderpublikum anders, das hängt auch viel von der jeweiligen Location ab. Kommt das Publikum bewusst wegen uns zum Konzert oder sind wir ein Teil eines Rahmenprogramms und spielen vor Laufpublikum. Stadtfeste sind manchmal etwas schwieriger zu bespielen, aber auch da sind unsere Erfahrungen überwiegend sehr positiv.

Eure Geschichten drehen sich um Opas, Rummelplätze, Lieblingseis und Hundekacke! Schöpfst du bei deinen Texten aus deinen persönlichen Erfahrungen als Vater?
Ja, da spiegeln sich schon einige Situationen aus dem Familienleben wider. Positive, negative und emotionale. Wenn ich einen Song komponiere, dann steht meistens zuerst der Refrain, dann kommen die Strophen und zum Schluss erst die Musik.

Als Sänger und Frontmann brauchst du sicher ein gewisses Einfühlungsvermögen und auch Empathie?
Ich gebe mir Mühe, aber wir sind ja keine One-Man-Show. Live ist die komplette Band eingebunden, jeder hat seinen Part, seine Momente, seine Ansagen und die Aufgaben sind klar verteilt. Wie etwa beim “Lärmladegerät”.

„Lärmladegerät“?
Plötzlich gehen auf der Bühne die Gitarren nicht mehr. Diagnose: Batterien leer. Die Kids müssen also Lärm produzieren und mit dieser Energie füllen wir dann unsere Akkus wieder auf. Ähnlich läuft es bei der „Weltraumshow“. Wir haben mit unserer Rakete eine Bruchlandung auf der Bühne. Mit viel Getöse versuchen wir, das Raumschiff wieder flott zu bekommen. Hier kommt auch unser Lärmladegerät zum Einsatz. Das sind zum Beispiel die Parts, die unser Gitarrist Fum übernimmt.

Ihr spielt viele Eigenkompositionen und habt auch schon mehrere CDs veröffentlicht.
Wir performen nur Eigenkompositionen und haben tatsächlich mit “Die Affen rasen durch den Wald” nur eine einzige Coverversion im Repertoire.

Wäre es nicht leichter, nur Hits vom Stapel zu lassen?
Klar, aber das war nie ein Thema für uns und das brauchen wir eigentlich auch gar nicht. In dieser Richtung gibt es schon so viel und gerade weil wir eigene Songs spielen, haben wir auch ein Alleinstellungsmerkmal. Einige unserer Tracks wurden übrigens auch schon von großen Plattenfirmen für mehrere Kindermusik-CD-Sampler lizenziert.

Was kommt bei Kindern an, was gar nicht?
Das einzige, was nicht ankommt, ist wenn man sein Programm leidenschaftslos abspult. Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum, wenn sie was toll finden, bleiben sie dabei und machen mit, ansonsten gehen sie. Man weiß immer, woran man ist.

Beim Jugendfußball kann man am Spielfeldrand oft übereifrige Eltern beobachten. Wie ist das bei Konzerten?
Wir sind froh, wenn wir übereifrige Eltern haben (lacht). Sie sind Teil unserer Show und wir spannen sie auch bewusst mit Mitmachaktionen ins Programm ein.

Im September seid ihr beim ZDF in Mainz bei der Sendung „Singalarm“ zu Gast gewesen. Wie war das und wie seid ihr denn überhaupt dazu gekommen?
Es war eine tolle Erfahrung und hat natürlich großen Spaß gemacht. Die Anfrage kam direkt vom ZDF. Wir sind Mitglied im Netzwerk www.kindermusik.de, das ist eine Vereinigung von deutschsprachigen Kinderliedermachern. Man trifft sich einmal im Jahr, unterstützt sich, tauscht sich aus und spielt gemeinsame Festivals. Ich denke mal, dass das ZDF über diese Website auf uns gestoßen ist. Es gab letztes Jahr im August schon eine Anfrage, aber da waren wir alle im Urlaub.

Was wünscht ihr euch für die nahe und was für die ferne Zukunft?
Dass Corona für immer verschwindet und wir endlich wieder live auftreten können. Langfristig wollen wir natürlich bekannter werden und viele Auftritte spielen. Wir investieren viel Zeit und Herzblut und hätten nichts dagegen, wenn sozusagen aus einem Teilzeitjob eine Ganztagsstelle werden würde. Wir arbeiten derzeit an einer neuen CD, die im Frühjahr erscheint. Darauf werden die fünf Stücke von unserer „Gespenster und Vampire“-EP sowie fünf neue Nummern zu hören sein.

Besetzung:
Andi Traub – Gesang, Keyboard, Ukulele
Fum – Gitarre, Chorgesang
Silvan Mertes – Bass, Chorgesang
Stefan Arndt - Schlagzeug

www.andiunddieaffenbande.de

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