„Tofu hat noch nie eine Pandemie verursacht“

PETA wirbt am Freitag in Augsburg mit tanzendem Tofu für vegane Lebensweise – „Tofu hat noch nie eine Pandemie verursacht“

Über ein Jahr nach den ersten nachgewiesenen Infektionen in Deutschland hat die Coronakrise den Alltag der meisten Menschen weiter fest im Griff. Um die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie sie das Risiko für künftige Pandemien verringern kann, „tanzt“ in Augsburg am kommenden Freitag ab 15:15 Uhr ein als Tofu verkleideter Aktivist am Manzù-Brunnen vor McDonalds. Mit einem Schild und dem Slogan „Tofu hat noch nie eine Pandemie verursacht“ zeigt die Tierrechtsorganisation die Verbindung zwischen der Tierindustrie und Infektionskrankheiten wie COVID-19 auf.

„Es ist kein Zufall, dass uns immer wieder Infektionskrankheiten aus dem Tierreich – sogenannte Zoonosen – begegnen. Der Grund dafür ist der menschliche Appetit nach Fleisch, Milch und Eiern“, so PETAs Aktionskoordinator Jens Vogt. „Wenn wir nicht auf die Wissenschaft hören und unsere Ernährungsgewohnheiten ändern, ist es nur eine Frage der Zeit, bis uns die nächste Zoonose oder Pandemie heimsucht. Mit einer veganen Ernährung kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten, um das Risiko für künftige Pandemien zu verringern.“

Konsum tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen für Zoonosen
Drei von vier aller neu auftretenden Infektionskrankheiten wurden vom Tier auf den Menschen übertragen, sind also Zoonosen. Als eine der Hauptursachen für deren Entstehung nannte die WHO schon 2004 die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten. COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das gefährliche Ebolafieber, unzählige Opfer durch multiresistente Keime und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. Der Einkauf jedes einzelnen Verbrauchers kann zu einem erhöhten Risiko von Zoonosen und Pandemien beitragen.

Problem auch der deutschen Politik bekannt
Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schrieb schon 2015 in einem Gutachten: „Tierische Lebensmittel bergen grundsätzlich Risiken für die menschliche Gesundheit. Mögliche Beeinträchtigungen der Gesundheit ergeben sich zum einen durch Erreger von Zoonosen, die in den Tierbeständen vorkommen und auf unterschiedlichen Wegen zu den Konsumenten/Konsumentinnen gelangen können, zum anderen durch verschiedene stoffliche Belastungen aus der Tierhaltung sowie durch die Entstehung von Resistenzen gegenüber Medikamenten.“ Doch anstatt etwas an den Pandemie-Ursachen zu ändern, werden diese Brutstätten potenziell tödlicher Keime künftig vielleicht sogar noch weniger kontrolliert: Aufgrund der Coronakrise schlug Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dem Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun, im vergangenen Jahr vor, die vorgeschriebenen Mindestkontrollen durch Agrar- und Veterinärbehörden Vor-Ort-Kontrollen in Betrieben zu reduzieren. Dies würde die Lage in den Tierställen möglicherweise verschlimmern und das Krankheitsrisiko erhöhen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Details zur Aktion:
Datum: Freitag, 30. April 2021
Uhrzeit: 15:15 – 16:00 Uhr
Ort: Königsplatz am Manzù-Brunnen

Foto: PETA

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