Augsburger Fashion — Yes, we can!

Mode muss aus Kostengründen im Ausland produziert werden, um konkurrenzfähig sein zu können? Von wegen! Das Gegenteil beweist die Unternehmerin Sina Trinkwalder, die im April 2010 das erste Social Business in Augsburg gegründet hat. Im Januar wurde auf RTL eine vierteilige Doku-Soap über das außergewöhnliche Unternehmen mit der toughen Geschäftsführerin gezeigt. Ihr Motto macht sie gegenüber der Augsburger Allgemeinen unmissverständlich klar: „Wenn man will, kann man alles schaffen." Die vorbildlichen Grundsätze und interessanten Ideen der Augsburger Unternehmerin wollen wir im Folgenden genauer betrachten.

Arbeitsplätze für Benachteiligte
Als Sina Trinkwalder ihr Label Manomama gründete, hatte sie in erster Linie ein Ziel vor Augen: Faire Arbeitsplätze für sozial Benachteiligte zu schaffen. Es blieb nicht allein bei den guten Vorsätzen, die Unternehmerin hat Mut bewiesen und es heute geschafft, 140 Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und Menschen mit langen Leidensgeschichten einzustellen. Durch viel Engagement und Ehrgeiz konnte sie denjenigen eine neue Perspektive ermöglichen, die sonst niemand mehr einstellen wollte. Unter transparenten und fairen Konditionen fertigen ihre Mitarbeiter ökologisch korrekte Textilien. Die Preise sollen so gestaltet werden, dass jeder, der an der Wertschöpfungskette beteiligt ist, von seinem Verdienst leben kann. Das große Geld lockt Trinkwalder nach eigener Aussage nicht, viel wichtiger sind ihr ihre Mitarbeiter. Gegenüber dem Spiegel sagte sie: „Mein Geld ist doch hier viel geiler angelegt, als wenn ‘ne Million aufm Konto liegt." Nach gewissen Startschwierigkeiten hat sie es geschafft, einen Vertrag mit der großen Drogeriekette dm an Land zu ziehen. Für diese werden nun an die 500.000 Stofftaschen produziert. In der Doku-Soap „Made in Germany" schaffte es die Textilunternehmerin, ein Augsburger Unternehmen von der Qualität ihrer Unterwäsche-Kollektion zu überzeugen. Diese Kollektion ist nun im Sortiment von real,- vertreten. Die Unterwäsche ist hochwertig, zu 100 Prozent in Deutschland gefertigt und trotzdem bezahlbar.

Auch wir können etwas bewegen
Sina Trinkwalder hat uns gezeigt, dass sich gute Vorsätze mit der nötigen Willenskraft in Tatsachen umwandeln lassen. Auslandsproduktionen und Dumpinglöhne sind kein Muss, um in der Textilbranche wettbewerbsfähig zu sein. Wir als Konsumenten müssen nun zeigen, dass eine erhöhte Nachfrage an fairen Textilien besteht. Verschiedene deutsche Marken wie Hüftgold Berlin, Falke oder Schiesser, die sich einer fairen Produktionsweise ihrer Produkte verschrieben haben, findet man bei beispielsweise online bei 7trends.de. Bevor man ein Produkt kauft, sollte man sich stets vergewissern, dass es nicht in Bangladesch gefertigt wurde, denn hier gelten die niedrigsten Sicherheitsstandards für die Arbeiter.
Es ist wichtig, dass wir unsere Wahrnehmung für faire Produktionen in allen Lebensbereichen sensibilisieren und unser Konsumverhalten daran anpassen. Dass durch unsere Willenskraft alles möglich ist, hat uns Sina Trinkwalder gezeigt. Jetzt liegt es an uns, diesen Grundsatz zu leben.
(pm)

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