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Cannabis kurz erklärt: Was es ist und wie THC und CBD wirken

Cannabis ist eine Pflanzengattung, deren Inhaltsstoffe je nach Sorte und Verarbeitung ganz unterschiedliche Wirkungen haben können. In der Diskussion wird munter durcheinandergeworfen von THC, CBD, „Sativa“ oder „Indica“, obwohl hier verschiedene Ebenen angesprochen werden.

Was ist Cannabis und was machen die Wirkstoffe?

Die wichtigsten Wirkstoffgruppen im Cannabis sind die Cannabinoide und die Terpene. Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die im Körper an das Endocannabinoid-System andocken oder es indirekt beeinflussen. Die beiden Namen, die dabei am häufigsten fallen, sind THC und CBD.

THC ist der Stoff, der typischerweise für den Rausch verantwortlich ist. Er verändert Wahrnehmung, Stimmung, Zeitgefühl, Appetit und Körpergefühl. Bei manchen Menschen führt THC zu Entspannung und Heiterkeit, bei einigen Menschen eher zu Unruhe, Herzklopfen oder Angst. Die Spannweite reicht von sehr berauschend bis nicht berauschend.

CBD ist nicht oder kaum berauschend. Es kann Wirkungen von THC in Teilen abschwächen, muss das aber nicht. CBD wird gerne als „beruhigend“ beschrieben, wobei die Wirkung von Dosis und Konsument abhängig ist. Wichtig zu verstehen ist: THC und CBD sind keine Antagonisten, die in jedem Fall ein Gleichgewicht ergeben. Es sind schlicht verschiedene Substanzen mit verschiedenen Wirkungen.

Wie THC und CBD wirken, und warum Set und Dosis dabei wichtig sind

Cannabinoide wirken über ein körpereigenes System mit, das unter anderem an der Stressregulation, der Schmerzverarbeitung, dem Appetit, dem Schlaf und dem Gedächtnis beteiligt ist. THC, ob durch THC Gummibärchen oder auf anderem Wege eingenommen, dockt direkt an Rezeptoren an, die unter anderem im Gehirn zu finden sind. Daher kann es Wahrnehmung und Denken sehr deutlich verändern. CBD dagegen wirkt indirekter und nicht an denselben Stellen, was den Unterschied im Erleben erklärt.

Was viele vergessen, ist der große Einfluss des Set und Setting. „Set“ bedeutet die innere Verfassung, die Stimmung, der Stresslevel, die Erwartungen. „Setting“ meint die Umgebung, der Ort, die Menschen, die Geräusche, die Sicherheit. Man kann die Dosis sehr hoch machen und in einer ganz schlechten Umgebung sein. Dann ist die Gefahr groß, etwas zu erleben, was nicht gut tut, besonders wenn man wenig Erfahrung hat oder sehr sensibel ist. Auch Mischkonsum macht etwas mit dem Erleben. Alkohol oder andere Substanzen erhöhen die Wirkungen oder machen sie unberechenbarer.
Die Dosis ist der häufigste Hebel für Schwierigkeiten. Der Unterschied zwischen wenig und zu viel ist schmal, insbesondere bei hochkonzentrierten Produkten. Dann kommen die biologischen Faktoren wie Gewicht, Stoffwechsel, Müdigkeit, Essensaufnahme und eigene Verträglichkeit. Wer öfter konsumiert, hat schnell eine Toleranzbildung, wo die gleichen Mengen weniger wirken. Das ist aber nicht auf alle Effekte gleichmäßig verteilt.

In welchen Formen es Cannabis gibt und was das für Wirkungseintritt und Dauer bedeutet

Cannabis kommt uns in einer Reihe von Produktformen entgegen, die sich in Wirkstoffkonzentration, Reinheit und Konsumweg unterscheiden.
Das klassische sind die Blüten und das Haschisch. Blüten sind die getrockneten Pflanzenteile, Haschisch ist der Harzextrakt. Beide können sehr unterschiedlich stark sein, je nach Sorte und Herstellung. Extrakte und Konzentrate sind die andere Kategorie. Sie haben oft sehr große THC-Anteile und damit ein hohes Risiko für Überdosierung und negative Effekte.

Der Konsumweg macht die Unterschiede aus. Inhalierend, also rauchend oder dampfend, setzt die Wirkung meist schnell ein. Das kann innerhalb von Minuten sein. Die Spitze wird oft früher erreicht und die Gesamtdauer ist im Schnitt kürzer, als bei der oralen Form. Bei den oralen Formen, die oft auch Edibles genannt werden, ist es genau umgekehrt. Da setzt die Wirkung verzögert ein und kann viel länger wirken. Die Gefahr ist hier die Fehleinschätzung. Wer nach kurzer Zeit „nichts merkt“, der nimmt eher nach und dann kommt die Wirkung später gebündelt. Auch die Intensität kann anders sein, weil die Verwertung im Körper eine andere ist als bei der Inhalation.

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