Magazin
Die Kauf- und Mietpreise steigen - Ausweg Selberbauen?
Laut Presseberichten ist das Angebot an bezugsfertigen Wohnungen und Häusern in Augsburg äußerst dünn. Die wenigen zum Kauf oder zur Miete zur Verfügung stehenden Objekte sind demnach untauglich oder überteuert. Gerade ärmere Menschen, junge Familien und Rentner trifft die Lage auf dem Augsburger Immobilienmarkt besonders hart. Aber auch Mittelständer sehen sich den Entwicklungen immer weniger gewachsen.
Ein passendes Zuhause zu finden, ist ohne professionelle Unterstützung nahezu unmöglich geworden. So kassieren Makler durch Provision und Vermittlungsgebühr fleißig mit. Vor allem die Art der Vergabe von Immobilien frustriert Mietinteressenten und Kaufwillige gleichermaßen. Massenbesichtigungen und zwielichtige Meistbieterverfahren dominieren den Vergabeprozess. Wer am meisten zahlt, bekommt die Immobilie, und das nicht selten zu einem überteuerten Preis. Angesichts dieser Verhältnisse erwägen gerade Familien immer öfter den Bau eines eigenen Hauses.
Mit einem neuen Bebauungsplan will die Stadt Augsburg bauwillige Bürger vor allem im Stadtteil Westheim unterstützen. Durch eine Anpassung der Mindestgröße für Grundstücke soll künftig neues Bauland ermöglicht werden. Die Lösung hieße demnach: mehr Häuser auf kleineren Grundstücken. Auch bei der Beschränkung der Wohneinheiten sollen Neuregelungen dem Wohnungsmangel entgegenwirken.
Der Bau des eigenen Hauses bietet zwar einen Ausweg aus der prekären Situation auf dem Immobilienmarkt, birgt jedoch gerade für Unerfahrene zahlreiche Risiken in sich. Durch die richtige Beratung und professionelle Aufklärung über mögliche Gefahren können sich junge Bauherren eine Menge Sorgen ersparen.
Vor Baubeginn ist vor allem eine gründliche Planung unerlässlich. Wer das selbstgebaute Eigenheim in Angriff nimmt, sollte sich insbesondere über die geologischen Verhältnisse des Baulandes informieren. Experten raten schon vor dem Kauf des Grundstücks zum Bodengutachten, um detaillierte Informationen zu Tragfähigkeit, Grundwasserstand und eventuellen Altlasten zu erhalten. Ein fachgerechtes Bodengutachten sollte zudem mindestens eine Standortbeschreibung, eine Beschreibung des Untersuchungsumfangs sowie folgende Angaben beinhalten:
• Auskunft über geologische und topologische Gegebenheiten und die hydrogeologische Situation
• Beschreibung des Schichtenaufbaus
• Hinweise zur Erdbebengefahr
• Eine Beschreibung der Baugrundeigenschaften, des Setzungsverhaltens, der Tragfähigkeit, der Bodenkennwerte, der Bodenpressung, der Bodenklassen und der Frostempfindlichkeitsklassen
• Empfehlungen zu Gründungsmaßnahmen, Baugrubenausbildung, Bauwerksabdichtung, Wasserhaltung und Versicherung
Bei Unklarheiten sollten Experten hinzugezogen werden. Nicht nur bei der Qualitätskontrolle des Grunds, sondern auch bei anderen Maßnahmen steht unerfahrenen Bauherren zum Beispiel der Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau e. V. (VQC) beratend zur Seite. Gerade mit Blick auf Familien hat sich der Verein das Ziel gesetzt, jungen Erstbauern mit Fachwissen unter die Arme zu greifen. (pm)
Bildquellenangabe: lichtkunst.73 / pixelio.de






