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Genie im Anmarsch
Hoher Besuch in der Stadtbücherei: Auf Einladung des Studiengangs "Ethik der Textkulturen" kommt der mehrfach ausgezeichnete Lyriker, Essayist und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott nach Augsburg. Am Montag, 17.06., um 19.00 Uhr will Schrott in der Neuen Stadtbücherei "eine Geschichte des Lichts aus eigenen Gedichten und Übersetzungen zusammenstellen", so die Ankündigung.
Raoul Schrott, geboren 1964 in Tirol, widmet sich in seinen Texten nichts Geringerem als der Auslotung der menschlichen Erkenntnisfähigkeit sowie der Frage nach dem Zusammenhang von Individuum und Kosmos. Textsorten und Gattungen werden dabei ebenso gemischt wie Fakten und Fiktionen - will heißen: keine leichte Kost, aber faszinierend und höchstanspruchsvoll. Als Übersetzer beschäftigt sich Schrott mit Poesie aus allen Epochen und Kulturen und widmet sich auch mal altägyptischen und assyrischen Texten. Als Wissenschaftler geht er u.a. der Frage nach der Geschichte der Poesie nach und setzt sich mit den Eigenheiten des poetischen Schreibprozesses auseinander. Laut Schrott ist das Gedicht die "präziseste erkenntnistheoretische Maschine, die es überhaupt gibt".
Von 2005 bis 2008 arbeitete er an einer kontrovers diskutierten Neuübersetzung von Homers "Ilias", die auch als Hörspielfassung mit Manfred Zapatka für Begeisterung sorgte. Zurzeit backt er eher kleinere Brötchen: Das literarische Mammutprojekt "Die erste Erde", das von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird, soll ein Epos über die Geschichte der Menschheit und des Universums werden.
Die Lesung wird veranstaltet von der Neuen Stadtbücherei in Kooperation mit der Universität Augsburg, unterstützt durch die Gesellschaft der Freunde Universität Augsburg.
Foto: Neue Stadtbücherei






