Hauptsache gut versichert!

Das Wichtigste bei allem im Leben ist bekanntlich eine gute Versicherung. Angesichts des frisch renovierten Kongresszentrums hat Modular-Festivalleiter Stefan Sieber sicher gut daran getan, eine passende Regelung zu treffen: "Wir haben eine gute Versicherung", so der DJ und Veranstalter auf die Frage, ob Boden und Wände im Kongress am Park drei Tage lang abgehängt würden.

Sie werden nicht abgehängt. Das ist mal sicher. Alles andere beim Modular aber ist Abenteuer. Zum Auftakt der Pressekonferenz zur diesjährigen Ausgabe (29.05.-02.06.) betonte der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Raphael Brandmiller, einerseits die Ausdauer des Festivals, das 2012 zum vierten Mal stattfindet - "In Augsburg geht so etwas normalerweise höchstens dreimal hintereinander" -, als auch die Fähigkeit des SJR, beständig neue Orte für die Jugend zu erschließen.

Mit dem Kongress am Park bekommt das Modular "drei Zonen", wie Stefan Sieber erklärte, die frühere Kunsthalle am Wittelsbacher Park, das Kongresszentrum und den Außenbereich mit Beatgarten, Bühne, BMX- und Skatepark und sogar Kinderbetreuung. Neben dem musikalischen Programm wird auch wieder viel Kunst ihren Platz finden, beteiligt sind u.a. Metzgerei, Orangerie, In Your Face und lab.30. Das komplette Programm könnt ihr hier nachsehen, Highlights wie Kraftklub und Mike Skinner sind ja bekannt.

Weniger bekannt ist vielleicht, dass es dieses Jahr zum ersten Mal einen wissenschaftlichen Programmpunkt geben wird, die zweitägige Popkulturtagung "Each one teach one", in deren Rahmen u.a. der Gründer und Leiter des Archivs der Jugendkulturen in Berlin, Klaus Farin, nach Augsburg kommt. Und wie Ina Jeske vom Forum für Populärkultur der Uni Augsburg berichtet, wird der renommierte Schriftsteller die kompletten drei Tage lang das Festival besuchen.

Nicht zuletzt davon zeigte sich OB Gribl angetan, schließlich würde man so "stadtratsfähig attestiert" bekommen, dass das Modular "nicht nur Jux und Tollerei" sei. "Völlig von den Socken" war der OB dann nach eigenen Angaben von der Idee des Poppreises "Roy", die ihn "gleichzeitig elektrisiert und beunruhigt" habe. Doch auch hier hat sich die Aufregung mittlerweile gelegt, die Familie Höllerich ist eingebunden und der OB vertraut seinen Festivalmachern. Insgesamt sieht er in den Planungen 2012 eine "gute Grundlage für die Zukunft", auch wenn er nicht wisse, was 2013 wird.

Raphael Brandmiller und Stefan Sieber haben dagegen eine sehr konkrete Vorstellung für das kommende Jahr, in dem es natürlich weitergehen soll mit dem Modular. Dafür sorgen soll nicht zuletzt die Möglichkeit, das zum überwiegenden Teil kostenlose Festival mit einem Spendenbeitrag zu unterstützen. "Das ist die direkteste Art, auch der Politik zu zeigen, dass man das Festival auch in Zukunft haben will", so Brandmiller, der ehrlich zugab: "Modular braucht diese Spenden."

Die Spende an die Umwelt fällt ebenfalls nicht gering aus, mit "Modular goes green" soll der "Vorbildfunktion" eines öffentlichen Festivals Genüge getan und das gesellschaftliche Bewusstsein gerade bei Jugendlichen geschärft werden. "Modular ist kein normales Festival", so Brandmiller, "wir sehen uns da durchaus in einer gewissen Verantwortung." Dem pflichtete auch Kulturbürgermeister Peter Grab bei, der das tolle Programm lobte, das "die komplette Bandbreite der Jugendkulturen" abbilde.

SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske fiel schließlich die Aufgabe zu, all die zu erwähnen, ohne die... - ihr wisst schon. Allen voran dankte er der Stadt Augsburg und dem Kongress-Team, doch auch die "reibungslose Zusammenarbeit" mit Grün- und Ordnungsamt zeugen von einem geänderten Bewusstsein in der Stadtverwaltung.

"Wir betreten Neuland mit der Entscheidung, das komplette Festival kostenlos anzubieten, abgesehen von der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag, und wissen nicht, ob wir Erfolg haben werden", schloss Raphael Brandmiller, der den Ball nun im Feld der Festivalbesucher sieht. Bleibt zu hoffen, dass die Modulargänger diesen Elfmeter, den der Stadtjugendring rausgeholt hat, verwandeln. Muss ja nicht gleich per Hackentrick ins Kreuzeck sein - und vielleicht auch nicht direkt im Kongressfoyer kurz nach dem Wolkenbruch...

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