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KI soll Einbürgerungsbehörde und Ausländeramt entlasten
Pilotprojekt startet im September – durchschnittlich fünf Stunden Zeitersparnis pro Mitarbeitendem und Woche erwartet
Im Ausländeramt und in der Einbürgerungsbehörde des Landkreises Augsburg kommt ab September erstmals Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Ziel ist es, die Mitarbeitenden bei zeitaufwendigen Routineaufgaben zu entlasten und dadurch zusätzliche Kapazitäten für die Bearbeitung der zahlreichen Anträge zu schaffen. Die KI ist unter anderem in der Lage, umfangreiche Akteninhalte innerhalb kurzer Zeit zusammenzufassen und strukturiert aufzubereiten. Darüber hinaus kann sie bestimmte Prüfungen durchführen und die Grundlage für die weitere Bearbeitung und Entscheidung vorbereiten. Gerade die Sichtung und Aufbereitung häufig sehr umfangreicher Sachverhalte sowie die Prüfung vorzulegender Dokumente nehmen bislang einen erheblichen Teil der Arbeitszeit in Anspruch. „Unsere Mitarbeitenden leisten unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit. Gerade angesichts der hohen Zahl an Anträgen und des Fachkräftemangels müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, um sie sinnvoll zu entlasten. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann dabei helfen, zeitaufwendige Routinetätigkeiten zu reduzieren und unseren Beschäftigten mehr Zeit für die eigentliche Sachbearbeitung zu verschaffen“, erklärt Landrat Martin Sailer. Das Landratsamt Augsburg rechnet durch den Einsatz der KI mit einer durchschnittlichen Zeitersparnis von mindestens fünf Stunden pro Woche und Mitarbeitendem. Die freiwerdende Zeit soll insbesondere für die Bearbeitung von Anträgen genutzt werden.
Rund 2.500 Anträge warten auf Bearbeitung
Aufgrund des hohen Antragseingangs hat sich inzwischen ein Rückstau von rund 2.500 noch nicht abschließend bearbeiteten Einbürgerungsanträgen aufgebaut. Die Mitarbeitenden bearbeiten derzeit durchschnittlich rund 80 Fälle pro Monat. Damit entspricht die Zahl der bearbeiteten Fälle in etwa dem laufenden monatlichen Antragseingang. Ein Abbau des bestehenden Rückstaus ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen daher kaum möglich. Die Bearbeitungszeit für Neuanträge beträgt aktuell rund zweieinhalb Jahre – mit steigender Tendenz. Zusätzlichen Druck auf die personelle Situation bringt der bevorstehende Weggang einer erfahrenen Mitarbeiterin. Aufgrund der für das gesamte Landratsamt geltenden Nachbesetzungssperre kann die Stelle erst sechs Monate nach ihrem Freiwerden wieder besetzt werden. „Die lange Bearbeitungs-zeit ist für die Antragstellerinnen und Antragsteller zweifellos belastend. Gleichzeitig ist es auch für unsere Mitarbeitenden unbefriedigend, wenn sie aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht schneller vorankommen können. Wir setzen große Hoffnungen in das Pilotprojekt und die dadurch möglichen zusätzlichen Kapazitäten. Die KI wird jedoch keine Entscheidungen anstelle unserer Fachkräfte treffen, sondern sie bei ihrer Arbeit unterstützen und entlasten“, betont Land-rat Martin Sailer.
Informationen stellt das Landratsamt Augsburg auf seiner Internetseite www.landkreis-augs-burg.de/einbuergerung zur Verfügung.






