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Welttag der Suizidprävention

Der Krisendienst Schwaben hilft in belastenden Situationen

Am 10. September ist Welttag der Suizidprävention. Niemand muss mit schweren Belastungen oder Suizidgedanken allein bleiben. Der Krisendienst Schwaben bildet mit seiner kostenlosen rund um die Uhr erreichbaren Hotline 0800 / 655 30 00 ein wichtiges Angebot, das sich gleichermaßen an Betroffene richtet wie an alle, die sich um jemanden sorgen.

In Deutschland nimmt sich alle 51 Minuten ein Mensch das Leben, etwa alle fünf Minuten findet ein Suizidversuch statt. Das sind deutlich mehr Todesfälle als durch Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen, illegale Drogen und AIDS zusammen. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Suizidrisiko deutlich.  

Suizid ist kein Randthema, sondern betrifft Menschen aller Altersgruppen und sozialer Schichten. Fachleute sind sich einig, dass die wichtigste präventive Maßnahme schlicht und anspruchsvoll zugleich ist: darüber sprechen und Hilfsangebote zugänglich machen.

Ein solches Hilfsangebot bietet der Krisendienst Schwaben: Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 655 30 00 erreichen Menschen in belastenden Situationen rund um die Uhr professionelle Hilfe – und das in über 120 Sprachen und in Deutscher Gebärdensprache. Am anderen Ende der Leitung sitzen Fachkräfte aus Psychologie, Psychiatrie und Sozialpädagogik, die geschult sind im Umgang mit Menschen mit suizidalen Gedanken. Auch allen Personen, die sich um jemanden sorgen, steht der Krisendienst offen. Reicht das Gespräch am Telefon nicht aus, entsenden die Krisendienst-Mitarbeitenden mobile Teams mit Fachkräften, die in Schwaben binnen einer Stunde bei dem oder der Hilfesuchenden vor Ort sind.

Warnsignale erkennen

Reden gilt als Hilfsmittel der ersten Wahl bei Menschen mit Suizid-Gedanken. Darauf weist die Kampagne zum Welttag der Suizidprävention hin. Suizidale Menschen zeigen oft Warnsignale: Zu diesen zählen der soziale Rückzug aus dem Freundeskreis und der Familie oder eine deutliche Verschlechterung des psychischen Zustands. Es können sich außerdem Auswirkungen auf Stimmung, Schlaf oder Verhalten zeigen. Laut Expertinnen und Experten aus der Suizidforschung äußern in 75 bis 80 Prozent aller Fälle Betroffene ihre Suizidgedanken oder deuten verdeckt darauf hin. Fachleute betonen, dass Angehörige sich im Verdachtsfall nicht davor scheuen sollten, Betroffene anzusprechen, denn häufig kann ein Gespräch entlastend wirken. Mitmenschen sollten hierbei aus ihrer eigenen Wahrnehmung heraus sprechen und auf konkrete Hilfsangebote, wie beispielsweise den Krisendienst, verweisen. Wichtig ist aber, dass auch Angehörige ihre Grenzen nicht überschreiten und bei Bedarf auf professionelle Hilfsmöglichkeiten zurückgreifen. 

Über den Krisendienst Schwaben 

Der Krisendienst Schwaben ist Teil eines bayernweiten Hilfesystems, der Krisendienste Bayern. Die Krisendienste Bayern arbeiten eng mit den Netzwerkpartnern zur Krisenversorgung zusammen, beispielsweise mit anderen Beratungsstellen, Klinken, Ämtern, Behörden und auch mit der Polizei, um Betroffenen schnell und passgenau Hilfe zu vermitteln. „Sich Hilfe zu holen, ist der erste Schritt und doch der Wichtigste. Um die Hemmschwelle so niedrig wie möglich zu halten, braucht es beim Krisendienst Schwaben keine Krankenkassenkarte und keine Namensnennung. Es reicht der Griff zum Telefon, wenn gewünscht auch anonym“, sagt Victoria Kramer, eine der beiden ärztlichen Leiterinnen der Leitstelle in Schwaben.

Der Freistaat Bayern finanziert alle Leitstellen, wie auch die Leitstelle des Krisendienstes Schwaben. Die bayerischen Bezirke tragen die Kosten für die mobilen Teams. Die Leitstelle in Augsburg betreiben die Bezirkskliniken Schwaben, die mobilen Teams vor Ort stellen die Fachdienste der Träger der freien Wohlfahrtspflege in Schwaben, die Caritas und die Diakonie. 

Weitere Informationen zum Krisendienst erhalten Sie unter: www.krisendienste.bayern 

Foto: Tobias Atzkern

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