Menschenhandel - ein Thema, das Augsburg bewegt

Mit einem solchen Andrang hatte niemand gerechnet: Über 150 Zuhörer kamen am vergangenen Freitag ins S-Forum der Neuen Stadtbücherei, um mehr zum Thema "Moderne Sklaverei" zu erfahren.

Bei der Podiumsdiskussion "Menschen handeln Menschen" erläuterte Thomas Schirrmacher, Autor des Buches "Menschenhandel - Die Rückkehr der Sklaverei", dass jährlich etwa 30.000 Personen in Deutschland buchstäblich gehandelt werden. 80 Prozent davon werden in die Prostitution verkauft, hauptsächlich junge Mädchen und Frauen aus Osteuropa. Angst und fehlende Sprachkenntnisse halten die meisten davon ab, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Hier ist langsamer Vertrauensaufbau und Beziehungsarbeit gefragt, weiß Soni Unterreithmeier von SOLWODI Bayern e.V.

Rechtlich ist es derzeit schwierig, gegen Menschenhändler und Zuhälter vorzugehen. Eine Gesetzesänderung ist dringend notwendig, darin waren sich alle Diskutanten einig. Neben den bereits Erwähnten nahmen Ordnungsreferent Volker Ullrich, Helmut Sporer von der Kripo Augsburg, Sait Icboyun, Sprecher des Fachforums Migration der SPD Augsburg, und Pastor Klaus Engelmohr an der Diskussion teil.

Jeder einzelne könne seinen Beitrag leisten, indem Menschenhandel und Sklaverei in Deutschland thematisiert und damit der Druck auf die Politik erhöht wird, so das Ergebnis der Diskussionsrunde. Im Anschluss meldeten sich Interessierte für die Gründung einer Arbeitsgruppe.

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