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Schock im Grandhotel
Komplette Fassungslosigkeit im Grandhotel Cosmopolis: Eine vierköpfige tschetschenische Flüchtlingsfamilie, die am 18. Juli mit als erste die Unterkunft im Domviertel bezogen hat, soll keine zwei Wochen später schon wieder abgeschoben werden. Der Bescheid trägt das Datum 19. Juli, erreichte aber erst jetzt Augsburg, nachdem er zunächst an die vorherige Adresse der Asylbewerber versandt worden war.
Die Hoteliers sind entsetzt, unter großer Medienaufmerksamkeit wurde am vergangenen Donnerstag die Aufnahme des Betriebs bekanntgegeben, am Wochenende fanden die ersten Veranstaltungen seit Wiedereröffnung im Rahmen des Friedensfestes statt. Am Montag darauf klingt das alles schon wieder wie ein makaberer Scherz, im Grandhotel setzt man auf Austausch und Zusammenleben von Flüchtlingen, Augsburgern und "Gästen ohne Asyl" – ein Ding der Unmöglichkeit, wenn die Hauptpersonen keine 14 Tage bleiben. Schon machen sich Befürchtungen breit, mit solchen Aktionen könne versucht werden, das vielgelobte und bundesweit einzigartige Projekt zu torpedieren.
"Wir werden sicher nicht ruhig bleiben", so die einhellige Meinung im Grandhotel, aktuell werden via Homepage Infos über Aufnahmelager in Polen gesucht. Die Tschetschenen sollen aufgrund des europäischen Drittstaatenabkommens "Dublin II" zunächst nach Polen abgeschoben werden, ihre Asylanträge in Deutschland wurden abgelehnt. (flo)






