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Das "Ende der Ergebnisoffenheit"

Die große Überraschung blieb - wenig überraschend - aus: Die zweite Machbarkeitsstudie zur Stadtwerke-Fusion bestätigt die Pläne der Befürworter...

Die große Überraschung blieb - wenig überraschend - aus, als OB Kurt Gribl am Mittwochabend im Kongress die Ergebnisse der "Machbarkeitsstudie II" zur Fusion zwischen Stadtwerke Energie und Erdgas Schwaben vorstellte. Aus dem großen Saal strömten noch die Mitarbeiter der beiden Unternehmen, die im Vorfeld informiert worden waren, als in einem Nebenraum die Protagonisten Platz nahmen.

Umrahmt von den beiden Stadtwerke-Geschäftsführern Klaus-Peter Dietmayr und Walter Casazza sowie Vorstandsmitglied Michael Riechel von der umstrittenen Thüga (die 64,9 % an Erdgas Schwaben hält), verkündete das Stadtoberhaupt jedoch erst auf Nachfrage sein persönliches Fazit: "Meine Haltung ist klar", so Gribl, der zu Beginn der Pressekonferenz das "Ende der Ergebnisoffenheit" angekündigt hatte. Dass besagte Haltung seit Monaten bereits pro Fusion sei, hatten nicht nur Gegner gemutmaßt.

Die zweite Machbarkeitstudie glich – zumindest in der Präsentation – ihrer Vorgängerin im Januar: Im Falle einer Fusion wäre idealerweise ein zusätzliches Gewinnpotential von jährlich 14 Millionen Euro drin, davon verblieben gut elf bei den Stadtwerken. Bei einer lediglich "strategischen Partnerschaft" mit Erdgas Schwaben waren dies nur 1,35 Millionen.

Gesichert wären laut der Studie der Querverbund, also die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg mit zukünftig rund 45 Millionen Euro im Jahr. Betriebsbedingte Kündigungen sollen für einen Zeitraum von acht Jahren ausgeschlossen sein, Einsparungen bringen die Nichtwiederbesetzung von 110 Stellen (in einem Zeitraum, in dem altersbedingt etwa 195 Mitarbeiter ausscheiden), ein Zusammenlegen der IT-Sparte und der gemeinsame Einkauf. Die Wassersparte wäre demnach nicht betroffen.

Also alles in Butter? Mitnichten. Auf die Frage, wie es nun weitergehen würde, antwortete Gribl bedeutungsschwanger: "Das weiß ich nicht." Um nach einer kurzen Pause anzufügen: "Am 23. April ist eine Stadtratssitzung, das ist sicher." Die Augsburger Grünen haben bereits Ende März eine Vertagung der Stadtratsentscheidung beantragt.

Vorher hatte Gribl noch ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert: "Ich habe mich selbst überprüft", so der OB. Aber nicht nur das, nach eigener Aussage hat er Fragebogen an Kollegen in anderen Städten verschickt, um sie über ihre Erfahrungen mit der Thüga zu befragen – mit ausschließlich positiven Reaktionen.

Wer spätestens hier eine Reaktion des bis jetzt schweigsamen Thüga-Vertreters erwartet hätte, wurde enttäuscht, erst auf Nachfrage äußerte sich Vorstandssprecher Riechel über den Augsburger Fusionsstreit, das aber eindeutig: "So etwas habe ich noch nie erlebt."

Dass dieses Erlebnis noch eine Weile anhalten wird, ist allen Beteiligten klar. Am heutigen Donnerstagabend wird erst mal in der Kälberhalle im großen Stil diskutiert. (flo)

Im Bild (v.l.): Klaus-Peter Dietmayer, Kurt Gribl, Michael Riechel, Walter Casazza

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