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"Eine seltsame Interpretation von Wahrheit"

Peter Grab reagiert auf Vorwürfe der Grünen-Stadträtin Verena von Mutius...

In unserer aktuellen Ausgabe haben wir die Grünen-Stadträtin Verena von Mutius u.a. zum Thema Förderung der freien Kunstszene in Augsburg befragt (Interview hier). Die kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion kritisierte darin die Förderpraxis des verantwortlichen Referenten, Peter Grab (Foto), sowie die Höhe der Fördermittel. In einer E-Mail an die Redaktion der Neuen Szene äußerte sich Grab nun zu den Vorwürfen der Grünen. Diese Stellungnahme wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

Hallo Herr Ertle,

zum wiederholten Mal hat Frau von Mutius eine seltsame Interpretation von Wahrheit. Es lohnt nicht, auf jede Einzelheit einzugehen – stattdessen freue ich mich darüber, dass große Teile des Interviews meine Person betreffen.

Wenn allerdings wissentlich falsche Zahlen öffentlich behauptet werden, hört die Freude auf. Sie behauptet in Ihrem Interview, dass im städtischen Fördertopf für die freie Szene (nur) 18.000 Euro zur Verfügung stünden. Obwohl schon im Kulturausschuss berichtigt, wird diese Unwahrheit weiter behauptet. Wenn Sie den städtischen Haushalt aufschlagen, werden Sie feststellen, dass bei der Haushaltsstelle 1.3402.7001.02.1 unter Ziffer 1) "Projektförderung allgemein" 26.400 Euro stehen – sowohl 2013 als auch im Entwurf 2014. Hinzu kommt, dass weitere Projekte aus dem UNESCO-Fördertopf bezuschusst wurden, für welchen knapp 30.000 Euro zur Verfügung gestellt wurden.

Des Weiteren werden Projekte der freien Szene seit Jahren aus dem ku.spo-Fördertopf bezuschusst, die ansonsten den o.g. Fördertopf belasten würden. Kein Wunder also, dass die tatsächliche Fördergesamtsumme, die deutlich höher ist als von Frau von Mutius genannt, dazu geführt hat, dass weder Herr Weitzel (Leiter des Kulturamts, d. Red.) noch ich Förderanträge aus Geldmangel ablehnen mussten – weder im Jahr 2012 noch in diesem Jahr!

Der guten Ordnung halber müsste man bei der Förderung der freien Szene auch die Zuschüsse an das S'ensemble-Theater, den Tonkünstlerverband, das Junge Theater, das Moussong-Theater, das Theater Fritz und Freunde, das Faks-Theater, das Klex-Theater, das Märchenzelt, den Kulturpark West usw. hinzuzählen...
Die Zahl 18.000 Euro tauchte übrigens tatsächlich mal annähernd auf, nämlich im Haushalt 2012: 18.204 € unter der o.g. Haushaltsnummer. Da gab es aber auch noch eine Ziffer 2) "Förderung literarischer Aktivitäten" und eine Ziffer 3) "Förderung von Konzerten mit zeitgenössischer Musik", die jeweils weitere 5.000 Euro an Zuschüssen ermöglichten – insgesamt also 28.000 Euro. So dass auch für 2012 die schon damalige Behauptung von "nur" 18.000 Euro falsch war.

Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass wenigstens Journalisten an Wahrheiten interessiert sind und nur diese kommunizieren wollen...

Beste Grüße,
Peter Grab

(me)

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