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"Am Ende wird keiner sagen können, er sei unschuldig!"

Einer der schärfsten Kritiker des Bahnhofsumbaus ist CSU-Stadtrat und Steuerzahlerpräsident Rolf von Hohenhau. Marcus Ertle hat mit ihm gesprochen...

Immer neue Hiobsbotschaften dringen aus dem Tunnel am Hauptbahnhof. Augsburg droht ein Kostendesaster. Zuletzt mussten Stadt und Stadtwerke bekanntgeben, dass sich die Fertigstellung bis 2022 hinziehen wird und die Kosten von anfangs 71 Millionen Euro dramatisch auf momentan über 180 ansteigen. Einer der schärfsten Kritiker des Projekts ist CSU-Stadtrat und Steuerzahlerpräsident Rolf von Hohenhau (Foto unten). Damit stellt sich der rebellische Baron nicht zuletzt gegen OB Kurt Gribl und die Mehrheit seiner Partei.

Marcus Ertle sprach mit Rolf von Hohenhau, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Das komplette Interview findet ihr in der Januarausgabe der Neuen Szene, die am 30.12. erscheint. Hier schon mal ein paar Auszüge:

Fühlen Sie sich nicht manchmal schizophren, wenn Sie einerseits für die CSU im Stadtrat sitzen und andererseits die CSU-Stadtregierung als Steuerzahlerpräsident kritisieren?
Da fühle ich mich überhaupt nicht schizophren, weil ich als Steuerzahlerpräsident und Stadtrat im Interesse derjenigen handle, die das Bahnhofsprojekt bezahlen. Ich glaube, dass manche Entscheidung bei dieser komischen Baumaßnahme nur getroffen wurde, weil sie subventioniert wurde, aber zahlen müssen es am Ende immer die Steuerzahler. Ich habe das Thema schon 2006 und 2010 aufgegriffen und gesagt, dass das Ding 150 Millionen kostet. Jetzt sind wir bei 180 Millionen und ich garantiere Ihnen, das ist erst der Anfang. Ich bin fest überzeugt, dass dieses Projekt mehr als 300 Millionen kosten wird.

Wieso wird die Kalkulation nicht offengelegt?
Die Regierung sagt, da wären Betriebsgeheimnisse der Stadtwerke betroffen, was lächerlich ist. Die Stadt Augsburg verwehrt mir den Einblick mit dem Hinweis, dass die Unterlagen unvollständig seien.

Ist die Projektgesellschaft, der man gekündigt hat, vielleicht nur ein Bauernopfer?
Entweder ist sie unfähig oder korrumpiert.

Durch wen korrumpiert?
Durch den damaligen Stadtwerkechef zum Beispiel.

Was soll man jetzt machen?
Es gibt fertige Planungen, wie man mit der Straßenbahn durch die Pferseer Unterführung gehen kann, das hätte nur ein Drittel gekostet und ist viel schneller realisierbar. Es gibt also Alternativen, auch jetzt noch! Je weiter man jetzt baut, desto weniger Alternativen gibt es, da heißt es dann nur noch: Ohren anlegen und durch! Ich habe jedem Stadtrat die Zahlen vorgelegt, jeder kennt sie und am Ende wird keiner sagen können, er sei unschuldig! (me)

Foto oben: Marcus Ertle

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