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Gecheckt! Der Stadtjugendring und die OB-Kandidaten
"Mach's einfach" - unter diesem Motto wagten sich am Donnerstagabend viele Jugendliche und Politikinteressierte in die Kantine, um sich den vom Stadtjugendring organisierten OB-Kandidaten-Check zu geben. Anders als bei den meisten Podiumsdiskussionen standen neben üblichen politischen Themen vor allem jugendliche Inhalte im Vordergrund. Und die persönliche Seite der Kandidaten.
Es herrschte gute Laune, die OB-Kandidaten wirkten entspannt, ruhig, etwas abgekämpft. Trotzdem war schon nach kurzer Zeit sichtliche Erleichterung in den Gesichtern zu erkennen. Ein bisschen Abwechslung zu den gerne mal etwas trögen Meinungsaustauschen in den üblichen Foren lockerte die Stimmung sichtbar auf.
Abgesehen von Markus Arnold (FDP), der sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ, und dem "urlaubenden" Christian Pettinger (ÖDP), war die Reihe voll besetzt. Alexander Süßmair (Die Linke), Reiner Erben (Bündnis 90/Grüne), Kurt Gribl (CSU), Stefan Kiefer (SPD), Peter Grab (Pro Augsburg), Volker Schafitel (Freie Wähler) und Thomas Lis (AfD) zeigten sich von ihrer persönlichen Seite und ernteten dabei mal mehr und mal weniger Applaus. Nach Vorstellung der Kandidaten begann die erste Spielrunde.
Bei der Wahl der Spiele hatte Organisator und SJR-Projektleiter Stefan Sieber einen guten Riecher. Apps wie das "Quizduell" dürften der Handy-Generation durchaus bekannt sein. Aber auch "Koalieren oder Blamieren", das dank Stefans Raabs "Kassieren oder Blamieren" auf nahezu jedem Fernseher der Nation einmal Halt gemacht haben dürfte, wurde mit und durch die sieben Kandidaten wunderbar in Szene gesetzt.
Interessant waren an dieser Stelle die Koalitionspartner: Kurt Gribl, der beim Tipp-Tapp-Match gegen Stefan Kiefer nicht nur den größeren Schuh, sondern auch das größere Glück besaß, wählte als ersten Partner "Altbewährtes" und schnappte sich Peter Grab. Ebenfalls interessant: Die Kombination aus SPD, Grünen, der Linken und AfD. Zu rechtfertigen war diese Kombination vermutlich nur durch die ungerade Anzahl der Teilnehmer. Die ausgefallene FDP war also schuld. Grundsätzlich eine super Idee, nur nahmen die beiden Spiele eine Menge Zeit in Anspruch, worunter die späteren Diskussionsrunden zu leiden hatten.
Neben den Großen bekamen auch die Parteien ohne eigenen OB-Kandidaten eine Chance: die Stadtratskandidaten Kinan Salameh (CSM) und Manfred Hörr (Polit-WG). Die einminütige Redezeit konnte kaum unterschiedlicher genutzt werden. Der 19jährige Salameh präsentierte sich souverän und brachte den Zuschauern seinen Standpunkt in kürzester Zeit nahe, während Hörr in den 60 Sekunden lieber auf die Homepage und die Flyer im Foyer verwies, als politische Inhalte vorzustellen.
Konkret wurde es bei der anschließenden Diskussionsrunde zu den Themen Wiedereinführung des Maxfests, Freiräume für Jugendliche und Fahrradwege. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit, eine Frage direkt an einen Kandidaten oder in die Runde zu stellen. Thomas Lis hatte dabei wortwörtlich nicht die besten Karten. Der OB-Kandidat der AfD musste sich gegen Vorwürfe verteidigen, seine Partei würde rechten und rassistischen Tendenzen eine Plattform bieten, kam jedoch aufgrund von Publikumsrufen kaum zu Wort und distanzierte sich von jeglichem nationalsozialistischem Gedankengut.
Letztendlich hätte man sich ein bisschen mehr Zeit für inhaltsreichere Diskussionen wünschen können. Und mit zwei Stunden war die Zeit sowieso knapp bemessen. Schade, dass dann auch nicht auf die Forderung nach weiteren Publikumsfragen zum Ende des Programms eingegangen wurde. Alles in allem aber ein gelungener Abend mit einer großartigen Idee, die sich nach kleinen Anlaufschwierigkeiten zu einer wichtigen Plattform für kommende Wahlen entwickeln könnte. OB-Kandidaten: Check! (mw)
Weitere Bilder von "Check deinen Bürgermeister" gibt’s hier.
Fotos: Christian Menkel






